Gemälde aus Hitlers Reichskanzlei wird versteigert

Von Verein Jahrgang 1937 Weiler
Akt.:
Ein Ölbild, das einst Adolf Hitler erworben hat, soll an diesem Samstag im thüringischen Rudolstadt versteigert werden. Die Arbeit des Spätimpressionisten Karl Walther (1905-1981) zeigt den Naumburger Dom an einem sonnigen Herbsttag. 1939 habe es Hitler für 3.500 Reichsmark gekauft. Dies gehe eindeutig aus Kontobüchern der Großen Deutschen Kunstausstellung sowie Fotos der Ankäufe Hitlers hervor.

“Uns ist davon nichts bekannt”, sagte der Inhaber des Auktionshauses, Martin Wendl. Das Bild sei von einem Privatmann angeliefert worden. An der Versteigerung an diesem Samstag will Wendl deshalb festhalten, das Startgebot liegt bei 650 Euro. Laut Katalog trägt es auf der Rückseite ein Etikett der “Großen Deutschen Kunstausstellung 1939 im Haus der Kunst München”.

28 Gemälde zum Verkauf

Stefan Klingen vom Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München zufolge hatte Walther in den Jahren 1937 bis 1944 genau 28 Gemälde bei der “Großen Deutschen Kunstausstellung” zum Verkauf gestellt. Seinen Angaben nach hat Hitler weitere Arbeiten von Walther erstanden, ebenso wie andere Nazigrößen. Das Bild “Naumburger Dom” sei später von den Amerikanern in einem Salzstock geborgen worden und schließlich in die Kulturabteilung des Auswärtigen Amtes gelangt. Dort habe es in verschiedenen Büros und Botschaften gehangen. Nach Erkenntnissen des Kunsthistorikers Oliver Hellmuth vom Auktionshaus Wendl wurde es in den vergangenen Jahren zweimal auf Versteigerungen angeboten und zuletzt für 540 Euro verkauft.

Großer Bogen um Nazivergangenheit

Klingen sieht den Bund in der Pflicht, solche Hinterlassenschaften des Nazi-Regimes einzukassieren und dem Deutschen Historischen Museum zu übereignen. Wendl selbst versichert, dass sein Auktionshaus alles dafür tue, einen großen Bogen um Stücke mit Nazivergangenheit zu machen. Er räumte aber ein, dass sein Haus schon einmal einen Sekretär versteigert habe, der einst Hitlers Rüstungsminister, dem Kriegsverbrecher Albert Speer, gehörte.

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