Geländewagen: Geröllmeister und Felsenkraxler

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Geländewagen: Geröllmeister und Felsenkraxler
© Mercedes
Echte Geländewagen sind heutzutage schon so etwas wie Saurier. Sehr selten geworden sind, abgesehen etwa von Militär-, Versorgungs-, Bau- und Bergefahrzeugen jene knorrigen Typen, die mit nur basalem Komfort in Bezug auf Federung und Ausstattung sowie rudimentärer Alltagsverkehr-Eignung auskommen.

Dafür aber Meisterschaft beweisen können auf unwegsamen Pfaden und in unbefestigtem Gelände sowie auf glattem und schlammigem Untergrund. Das tun sie mit permanentem Allradantrieb, mindestens einer Geländeuntersetzung, felsbrocken- und wattauglicher Bodenfreiheit, hoher Achsverschränkungsfähigkeit, kurzen Überhängen (damit steilen Böschungswinkeln), kräftigem Trag- sowie Zug-Potenzial und schmaler, dafür grobstolliger Bereifung.Sie gehen im Prinzip zurück auf einen Amerikaner: auf den Willys MB, der in den 1940ern von der US-Armee in Auftrag gegeben wurde, als relativ leichtes und unkompliziertes Vehikel, das auch mit gröbstem Gelände zurechtkommt. 1950 ließ sich der Hersteller, Willy-Overland den Namen „Jeep“ schützen. Diese Typenbezeichnung hat sich seither zum Synonym entwickelt für eine ganze Fahrzeugkategorie: Mittlerweile gehört der Hersteller zu FCA, zu Fiat Chrysler Automobiles. Jenes aktuelle Modell, das dem Urahnen Willys derzeit am nächsten kommt, das ist der Wrangler.

Einen landwirtschaftlichen Ursprung hat eine der profiliertesten Ikonen im Segment der echten Geländegänger: der Land Rover Defender. Ihm zugrunde liegt die (Nachkriegs-)Notwendigkeit, ein allwege-taugliches Fahrzeug für den Ackerbau in unwegsamen Gegenden zu konstruieren. Aus der Not an Rohstoffen, im konkreten Fall Stahl, machten die Engländer, sprich der Fahrzeughersteller Rover, eine Tugend und konstruierten die Karosserien aus recyceltem Flugzeug-Aluminium. 1948 trat er als Land Rover seine Karriere an. Ab 1990 lautet sein Typenname „Defender“. Seine Karriere läuft heuer mit Jahresende aus, die Produktion wird eingestellt.

Ein Stück Österreich steckt im Gelände-Stern

Der deutsche Beitrag in der kleinen Gruppe der Geröllmeister und Felsenkraxler fährt unter einem Stern. Er entstammt einer gemeinsamen Entwicklung zwischen Mercedes und Steyr-Daimler-Puch (heute: Magna Steyr). Er wird seit 1979 optisch nur marginal verändert produziert, mit Kastenrahmen und Starrachsen. Im Laufe seiner Modellzyklen hat er sich quasi aufgeteilt: in einen ernsthaften Gelände-Arbeiter und einen imposanten, fein ausgestatteten Edel-SUV – auch in zwei mächtig potenten AMG-Varianten – mit hohen Kletterfähigkeiten. Zu seinen Karosserievarianten als Drei- und Fünftürer gab es auch eine Cabriolet-Version. Eine Einstellung der Produktion des knorrigen Sternträgers steht vorerst nicht auf dem Programm.

Unter die großen und mächtigen Offroader westlicher Herkunft mischt sich mit dem Suzuki Jimny seit 1998 erfolgreich ein kleiner Japaner. Er führt die Karriere des Vorgängers SJ (ab 1981) mit würziger Kürze und erstaunlicher Felsenkraxel-Fähigkeit fort. Dieser zugrunde liegt ein mittlerweile elektronisch gesteuertes Allradantriebssystem, jedoch ergänzt durch ein zusätzlichen Geländeuntersetzungs-Getriebe.

(KECKEIS)

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