Gegen Ärztemangel: “Initiative Landarzt” startet in Niederösterreich

Ärzte auf dem Land sind in Niederösterreich Mangelware. Die neue Initiative soll das ändern
Ärzte auf dem Land sind in Niederösterreich Mangelware. Die neue Initiative soll das ändern - © FOTO: APA/HELMUT FOHRINGER
Am Dienstag startete in Niederösterreich die “Initiative Landarzt”. Sind die Kassenstellen am Land nicht besetzt, sollen die Landeskliniken Mediziner für die Praxen bereitstellen.

Von 770 Kassenstellen im niedergelassenen Bereich seien derzeit fünf nicht besetzt, so Mikl-Leitner. In Gresten-Land (Bezirk Scheibbs), Aspangberg-St. Peter (Bezirk Neunkirchen) und Groß Siegharts (Bezirk Waidhofen an der Thaya) sei die Landarzt-Praxis beispielsweise seit 2016 leer, die Stellen seien bis zu 24 Mal ausgeschrieben worden. Zwar seien nur weniger als ein Prozent nicht besetzt, es gelte aber, “Maßnahmen zu setzen und vorausschauend zu handeln”, kündigte die Landeshauptfrau Sofort- und Strukturmaßnahmen in der Gesundheitsversorgung an.

Bis zu 50.000 Euro Einstiegsprämie

Im Bereich Sofortmaßnahmen gab Mikl-Leitner eine “Landarzt-Garantie” ab. Demnach werde die Landeskliniken-Holding für Praxen, für die sich länger als ein Jahr kein Landarzt fand und für die die Kassenstelle mehrmals ausgeschrieben wurde, Allgemeinmediziner bereitstellen. Das Angebot bestehe ab sofort, sagte LHStv. Stephan Pernkopf (ÖVP). Zudem stellt das Land laut Pernkopf für jene, die als Landarzt einspringen, 5.000 bis 50.000 Euro Einstiegsprämie zur Modernisierung der Ordination zur Verfügung. Außerdem könnten praktische Ärzte künftig etwa bei schlechter Witterung Unterstützung durch Rettungsdienste anfordern – das Land übernehme Kosten bis insgesamt 500.000 Euro jährlich.

Mehr Studienplätze für Medizin

Die Landeshauptfrau forderte zudem – wie auch Pernkopf und Landesrat Ludwig Schleritzko (ÖVP) – die Bundesregierung auf, die Anzahl der Studienplätze für Medizin anzuheben. Im Vorjahr gab es für 1.620 Plätze – davon ein Viertel für Studenten aus dem Ausland – fast 16.000 Bewerber. Eine Aufstockung der Studienplätze helfe, “Ärztemangel abzuwenden”, so Schleritzko.

Mehr Studienplätz in Krems

Die Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften in Krems verfüge derzeit über 270 Studierende. Ziel seien im Vollausbau ab 2020 etwa 400 Plätze und 75 Absolventen jährlich, so Schleritzko. Weitere Strukturmaßnahmen umfassen die Fortführung von Vorbereitungskursen für die Medizin-Aufnahmetests und die Möglichkeit für Studierende, eine Woche Praxis bei Allgemeinmedizinern zu machen. Angekündigt wurden zudem mindestens 60 Lehrarztpraxisstellen für Turnusärzte ab Sommer 2018, das Land stelle eine Mitfinanzierung zur Verfügung.

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