Gefahr durch Geisterfahrer

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Gefahr durch Geisterfahrer
Der Schreck jedes Autofahrers: Eine Geisterfahrermeldung! Leider kommen diese Warnungen nicht bei allen Autofahrern an und es passieren immer wieder verheerende Unfälle, speziell auf Autobahnen.

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) untersuchte in einer Studie, wie viele Geisterfahrten es in den vergangenen Jahren gab, wo die Verirrten unterwegs waren, wann und warum. „Geisterfahrer sind Hochrisikolenker, die aus dem Verkehr gezogen werden müssen!“ appelliert Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit. „Effiziente Maßnahmen sind unbedingt notwendig.“

Die Gefahr von vorne: Durchschnittlich 12 Geisterfahrerunfälle jährlich Zwischen 1987 und 2004 ereigneten sich 213 Geisterfahrerunfälle, bei denen 88 Menschen getötet, 210 schwer verletzt und 206 leicht verletzt wurden. Der Anteil von Geisterfahrerunfällen an allen Unfällen beträgt 0,03 Prozent, am Autobahnunfallgeschehen 0,41 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit, in einen Geisterfahrerunfall verwickelt zu werden, ist somit relativ gering – wenn es jedoch passiert, ist das Risiko getötet zu werden, um ein Vielfaches höher als bei allen anderen Verkehrsunfällen. Zum Vergleich: Bei Geisterfahrerunfällen wurden in den vergangenen Jahren 17 Prozent aller Verunglückten getötet, bei allen anderen Verkehrsunfällen waren es rund zwei Prozent.

Der typische Geisterfahrer

Der typische Geisterfahrer ist männlich, zwischen 21 und 40 Jahre alt und alkoholisiert. Fast die Hälfte aller Geisterfahrer sitzt unter Alkoholeinfluss hinterm Steuer, mehr als ein Viertel ist schlicht weg überfordert oder orientierungslos und etwa ein weiteres Viertel sind Kamikaze-Driver. Das heißt: Sie drehen absichtlich um – wegen vergessener Regenschirme, verlorener Scheibenwischer oder wenn sie irrtümlich die falsche Ausfahrt genommen haben.

Wo und wann passieren die häufigsten Geisterfahrerunfälle?

Fast die Hälfte aller Geisterfahrerunfälle passiert im Einmündungsbereich auf Autobahnen. Durch Wendemanöver kommen 27 Prozent der Unfälle zustande. Häufigste Unfallart: Frontalkollisionen (54%), gefolgt von Streifkollisionen (12%) und Abkommen von der Fahrbahn durch das entgegenkommende Fahrzeug (7%). Durch den hohen Anteil der Frontalkollisionen lässt sich auch erklären, warum Beteiligte bei Geisterfahrerunfällen größtenteils schwer verletzt werden. Die meisten Unfälle ereignen sich bei Dunkelheit (52%), wobei zwischen 18 und 02 Uhr besonders viele Geisterfahrer unterwegs sind.

Was kann man gegen Geisterfahrten tun?

Um die Zahl der Geisterfahrer zu reduzieren, sind einige Maßnahmen notwendig. Die Verbesserung der Verkehrsführung ist ein wichtiger Punkt dabei: Die RVS 5.28 – eine Richtlinie zu baulichen Maßnahmen gegen Geisterfahrer – sollte österreichweit umgesetzt werden. Bisher ist die Umsetzung in jedem Bundesland unterschiedlich weit vorangeschritten. Weiters sollten Wegweiser immer im Blickfeld des Fahrers angebracht sein und Bodenmarkierungen eine eindeutige Linienführung gewährleisten. Mechanische Sperren wie die „Kralle“ sollten nur in Ausnahmefällen zum Einsatz kommen, weil sie viele Nachteile mit sich bringen und im schlimmsten Fall Folgeunfälle verursachen können. Ist ein Geisterfahrer unterwegs, können effiziente Warnanlagen die Folgen deutlich reduzieren. Sicherheit ist auch Kopfsache: Fahrschulen sind eine wichtige Plattform, um das Thema ausführlich zu behandeln. Schließlich gehören zu rechtlichen Sanktionen wie der Geldstrafe und dem Führerscheinentzug auch vorbeugende Maßnahmen wie gezielte Alkoholkontrollen auf Autobahnauf- und -abfahrten, um Alkolenkern, die vielleicht sogar zu Geisterfahrern werden, keine Chance zu geben.

Der Albtraum wird wahr

Kommt einem ein Geisterfahrer entgegen oder hört man eine Geisterfahrermeldung, heißt es: Rechts halten, Geschwindigkeit stark reduzieren, keinesfalls überholen und die Exekutive informieren. Wird man selbst zum Geisterfahrer muss man sofort die Alarmblinkanlage aktivieren und so weit außen wie möglich am nächsten Fahrbahnrand anhalten. Wichtig ist, nicht die Nerven zu verlieren und nicht umzudrehen. „Geisterfahrten müssen so weit wie möglich verhindert werden. Vor allem Alkoholkontrollen vor der Autobahnauffahrt tragen zur Vorbeugung bei, wenn man bedenkt, dass 45 Prozent der Geisterfahrer alkoholisiert sind“, meint Thann.

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