12. Januar 2009 09:42; Akt.: 12.01.2009 09:42

Gefährden Handys die Gesundheit unserer Kinder?

Ein Handy für den Nachwuchs: Wirklich immer notwenig? Ein Handy für den Nachwuchs: Wirklich immer notwenig? - © Bilderbox
Gut zwei Drittel aller schulpflichtigen Kinder besitzen heutzutage schon ein eigenes Handy – Tendenz steigend. Gerade in Großstädten wie Wien ist das Mobiltelefon aus der Schultasche kaum mehr wegzudenken. Kritiker sehen die Gesundheit der Kinder gefährdet.

Die Handynutzer in Wien werden immer jünger: für Kinder gehört heutzutage ein eigenes Handy fast schon genauso zum Alltag, wie das tägliche Pausenbrot. Doch auch als Statussymbol ist das Mobiltelefon aus den Schultaschen unserer Kinder kaum mehr wegzudenken: Hat man keines ist man schnell bei seinen Klassenkameraden out. Das möchte natürlich kaum ein Elternteil seinen Sprößlingen zumuten, also wird den Wünschen der Kleinsten schnell mal nachgegeben.

Dabei vergessen Eltern leider allzu oft auf die mit der Handynutzung verbundenen Gefahren: nicht nur dass gerade die Kids selten mit den entstehenden Kosten vertraut sind bzw. diese nicht einschätzen können, verbirgt sich hinter der Nutzung von Mobiltelefonen auch noch ein gesundheitsschädigender Aspekt. Die Diskussion über die Strahlenbelastung durch Handys ist bei weitem keine Neuigkeit mehr und wird immer wieder aufs Neue aufgeworfen.

In Frankreich wirkt man nun erstmals diesen Gefahren entgegen: Vergangene Woche wurde dort ein Gesetz präsentiert, das Handywerbung verbietet, welche Kinder unter 12 anspricht. Umweltminister Jean-Louis Borloo hat außerdem ein Gesetz angekündigt, das den Verkauf von Mobiltelefonen, die für Kinder unter sechs Jahren entworfen sind, verbieten wird. Die französische Regierung plant zudem neue Grenzwerte für die Strahlung von Handys und will die Hersteller dazu verpflichten, ihre Mobiltelefone nur noch mit Kopfhörern zu verkaufen, damit die Telefone nicht mehr nahe an den Kopf gehalten werden müssen. Frankreich ist damit das erste Land, das eine derart groß angelegte Aktion gegen die möglichen Gefahren von Handystrahlung durchführt. Vor Weihnachten hat die Stadt Lyon sogar eine Werbekampagne gestartet, um Eltern davon abzubringen, ihren Kindern Mobiltelefone als Weihnachtsgeschenk zu kaufen. 

Auch das EU-Parlament hat im September 2008 die Minister aller Mitgliedsstaaten aufgefordert, strengere Grenzwerte für Handystrahlung einzuführen. Die Maßnahmen in Frankreich richten sich vor allem an Kinder, deren Nutzung von Mobiltelefonen eingeschränkt werden soll. Eine wissenschaftliche Untersuchung aus Schweden hat festgestellt, dass Kinder und Jugendliche einem fünfmal höheren Risiko ausgesetzt sind, an einem Gehirntumor zu erkranken, wenn sie Mobiltelefone nutzen. Die Anschaffung eines Mobiltelefons für den Nachwuchs sollte also reichlich überlegt sein! 



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