Gastwirtschaft franz

Gastwirtschaft franz

Groß kocht er auf, klein wird er geschrieben, der Herr Franz, Patron und seit über 4 Generationen Wirt, Gast und ein liebenswerter Mensch mit einem Humor, den man schon erkennen und verstehen muss flankiert von seiner Lebensliebe Frau Uschi, die an den Tischen perfekt agiert!

Ja, geboren ist der Herr bdquo;franzrdquo; im grünen Alsergrund, Küchentechnisch werkelte er Jahre lang bei seinem Vater im legendären bdquo;Vickerlrdquo; in der Porzellangasse. Bis 2008 führte er das Weinhaus Arlt im 17ten (7300 Tage lang). Nach einer kurzen Ruhepause packte es ihn, wieder ein echtes Beisl zu betreiben. Mitten in der Ganslzeit sperrte er das urige, alteingesessene bdquo;Hummerrdquo; in der Florianigasse wieder auf. Franz Melchhart kocht mit voller Konzentration, mit einer ländlichen Hingabe zu seinen geliebten Produkten, zum Rindvieh und zu wilden Tieren. Ein Liebkind des Meisters der Bodenständigkeit sind allemal die Innereien. Dies wird auch am Mittagsteller oder  in den Menüfolgen zelebriert: so konnte ich ein Rahmherz am Gaumen zergehen lassen, das in den letzten Jahren zu den bestgelungensten zu zählen ist!
Klassiker, die richtig ehrlich munden sind: die Kuttelflecksuppe, etwas schärfer: die langsam gegrillte Garnelen auf Krautfleckerln, der lauwarme Kalbskopf mit steirischem Viagra (Kernöl) mit Paprikavinaigrette, großartige glacierte Nierndln vom Kalb auf Rieslingrisotto! Oder aktuell der Herbsttraum: gebratenes Gansl oder Weideente mit gebratenem Apfel, Erdäpfelknödel, Rotkraut oder warmem Speckkrautsalat. Da war noch ein gekochtes Schulterscherzel vom Zickentaler Moorochsen mit Rösti, frisch gerissenem Kren, Gemüsejulienne, und dem schon in Vergessenheit geratenen Markknochen mit getoastetem Schwarzbrot: fein und gschmackig kam das aus der Küche.


Toptipp: Kalbsbeuschl mit Knödel, das  Respekt verdient.
(Der Wirt versprach mir, dass es zu Ostern ein frisches Beuschl vom Kitz geben wird, bitte gleich vormerken)!
In der schwimmenden Genussfolgeauflistung finden man: einen Alpensaibling oder eine Reinanke aus dem Attersee mit Zitronenbutter, Erdäpfel und gesundem grünen Blattsalat.
Sowie das BioLamm aus Kukmirn: von Lammwurst über Stelzen bis zu Innereien und Lammgulasch mit frischen Fisolen und Braterdäpfel, einfach großartig. Dazu eine kleine feine Auswahl aus dem RotWeissRotem Weinland zwischen Spitz und Spielfeld, sowie Ausgesuchtes aus Spanien, Italien und Frankreich zu sehr christlich bürgerlichen Achterl Preisen.
Raucher haben gleich im ersten Raum und Barbereich genügend Platz. Die es schon geschafft haben, sich vom Aschenbecher zu trennen, speisen, lachen und diskutieren im hinteren hellen Stüberl. Auch der Stammkellner des letzten Besitzers namens Herr Karl!!! wurde ins Serviceteam aufgenommen. Frau Uschi empfängt die Gästeschar gekonnt und überzeugt mit einem Lächelbogen der gutbürgerlichen Gastlichkeit. Man fühlt sich wohl, richtig wohl, und das irdquo;ssrdquo;t auch das Ziel des bdquo;franzrdquo;: eine kulinarische Bereicherung in der Josefstadt zu werden oder eigentlich schon zu sein.


Fazit: Gelebte Beislkultur, Rindfleischspezialitäten, InnereinKlassiker und frisches Piestinger vom Zapf machen dieses Wirtshausjuwel zu einem feinen Tipp.

 

franz
Florianigasse 19
1080 Wien
Tel 01/9478400
www.lokalfranz.at
DiSa 1023, Küche 1122 Uhr
Sonn u. Montag Ruhetag

Autor: maxvonmerlot
Bilder: der gastrosoph


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