Fußgängerin in Wien-Neubau getötet: 18 Monate bedingt für Autolenker

Das Urteil im Prozess um die getötete Fußgängerin steht fest
Das Urteil im Prozess um die getötete Fußgängerin steht fest - © APA (Sujet)
Jener Prozess am Wiener Straflandesgericht, bei dem es um einen Pkw-Lenker geht, der eine Fußgängerin im Oktober 2011 niedergefahren und getötet, endete am Mittwoch mit einem Schuldspruch für den Angeklagten. Das Urteil lautet auf 18 Monate bedingt wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen.

Der Unfall, der am Mittwoch im Straflandesgericht verhandelt wurde, geschah am 7. Oktober 2011 auf der Neustiftgasse in Wien-Neubau. Eine 37 Jahre alte Frau, die zu Fuß unterwegs war, wurde damals von einem Autofahrer getötet. 

Das Urteil gegen den Autolenker

Dieser musste sich nun vor Gericht verantworten und erhielt 18 Monate bedingt. Zudem muss er den Hinterbliebenen der Frau 20.000 Euro bezahlen. Der Schuldspruch wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen ist bereits rechtskräftig.

Der Mann dürfte einer unbedingten Freiheitsstrafe entgangen sein, weil sich entgegen der gegen ihn erhobenen Anklage nicht nachweisen ließ, dass er bei Rotlicht in die Kreuzung mit der Kirchengasse eingefahren war.

Fußgängerin in Wien-Neubau

Fest steht allerdings, dass er mit überhöhter Geschwindigkeit stadtauswärts auf der Busspur unterwegs war und auf der Kreuzung mit seinem Audi A8 in einen Smart krachte, der von der Kirchengasse gekommen war.

Infolge des Crashs sei “der Audi ohne Bodenberührung auf die Gehsteigkante zugeflogen”, hatte ein Passant beim Prozessauftakt Ende September dem Schöffensenat (Vorsitz: Daniela Zwangsleitner) geschildert. Der Fußgänger war vom Fahrzeug ebenso getroffen worden wie die 37 Jahre alte Frau. Während der Mann mit schweren Verletzungen überlebte, starb diese noch an der Unfallstelle.

War Ampel rot oder grün?

Der Angeklagte hatte von Anfang an versichert, die Ampel habe Grün gezeigt. Diese Angaben stützten am heutigen Verhandlungstag zwei Zeuginnen. Eine Ärztin sagte aus, ihr wäre am Vorabend aufgefallen, dass besagte Ampel einen Defekt hatte. Nach dreimaligem Grünblinken wäre das Licht nicht auf Rot, sondern zurück auf Grün gesprungen. Eine Frau, die den Unfall beobachtet hatte, erklärte wiederum, nicht der Angeklagte, sondern der Smart-Fahrer sei bei Rot losgefahren.

Für den Senat reichte die Beweislage dessen ungeachtet für einen Schuldspruch im Sinne der Anklage, da der 37-Jährige bewusst rechtswidrig und zu schnell auf der Busspur unterwegs gewesen und die ihm zumutbare Aufmerksamkeit außer achtgelassen habe. Der zum Zeitpunkt des Unfalls mit der Fußgängerin beschäftigungslose Mann hat mittlerweile übrigens einen Job gefunden – er ist Chauffeur.

(apa/red)

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