Fulminantes Show-Konzert von Alice Cooper in der Arena

Akt.:
Der US-amerikanische Sänger Alice Cooper während eines Konzertes am Mittwoch, 24. Juni 2015 in der Arena in Wien
Der US-amerikanische Sänger Alice Cooper während eines Konzertes am Mittwoch, 24. Juni 2015 in der Arena in Wien - © APA
“Wenn man eine Showband ist, dann sollte man beim Auftritt genauso viel Spaß haben wie das Publikum.” Und Alice Cooper hält, was er verspricht: Am Mittwoch, den 24. Juni,  hatten sichtlich alle -Akteure wie die dicht gedrängt stehenden Besucher, mit übergroßem Frankenstein, böser Krankenschwester und Guillotine Spaß beim Open Air des ewigen Schock-Rockers in der Wiener Arena.

In den 70ern mag seine Horror-Rock-Revue Alice Cooper zum Bürgerschreck geadelt haben. Heute erntet man mit Schlangen und überdimensionalen Monstern auf der Bühne wohl keine Schlagzeilen mehr, vielmehr machte sich gestern dabei unter den (vielen) älteren Konzertgehern Nostalgie breit. Aber auch wenn Herr Vincent Furnier, wie der Hauptdarsteller früher hieß, sich mittlerweile nicht mehr neu erfindet sondern Erwartungen gerecht wird, so macht er das mit Stil.

Alice Copper schockt live in der Arena

Zunächst fegten Cooper und seine mächtig posende Metal-Band durch ein Greatest-Hits-Set: Die Klassiker “No More Mr. Nice Guy”, “Under My Wheels” und “Billion Dollar Babys” klangen, von drei Gitarristen (darunter Blickfang Nita Strauss) vorgetragen so, als ob sie zur selben Zeit wie die neueren Stücke (“I’ll Bite Your Face Off”, “Dirty Diamonds”) geschrieben worden wären. Dass es musikalisch auch subtiler geht, demonstrierte man im zweiten Akt, dem Showteil, in dem sich die Rifforgie abschwächte und feineren Zwischentönen Platz ließ.

Von Zwangsjacke und Guillotine

“Welcome To My Nightmare” hieß nun das Motto, eine kranke Krankenschwester (im realen Leben übrigens die langjährige Ehefrau von Alice Cooper) traktierte den Sänger, der einen lästigen Fotografen aufspießte, um dann in der Zwangsjacke und letztendlich unter der Guillotine zu landen. Wenn der Schock angesichts solcher Gimmicks über die Jahrzehnte nachgelassen hat, so bleibt er in den Liedern: “Killer” etwa oder “Go To Hell”, beides zynische Betrachtungen zum Thema Gewalt, verstören zeitlos.

Songs ohne Ablaufdatum

Warum er kein Ablaufdatum hat, erklärte Cooper in einem Interview: “Songs wie ‘School’s Out’ oder ‘I’m Eighteen’ (beide am Ende des Programms unter viel Jubel gebracht, Anm.) sprechen noch immer junge Leute an. Es hören heute noch 16-Jährige ‘My Generation’ von The Who und fühlen sich angesprochen. So lange es Teenager mit all den Ängsten gibt, so lange wird dieser Song verstanden werden. Das gilt auch für ‘I’m Eighteen’, weil dieses Lied die Frustration eines Teenagers auf den Punkt bringt.”

(APA/Red.)

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