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Für Ludwig läuft’s super

Der KH-Nord-Skandal kommt Michael Ludwig gelegen
Der KH-Nord-Skandal kommt Michael Ludwig gelegen ©APA/HERBERT PFARRHOFER
Gastkommentar von Johannes Huber. Der KH Nord-Skandal kommt wie gerufen: So kann der künftige Bürgermeister aufräumen und strahlen, ohne sich anstrengen zu müssen.

Große Aufbruchstimmung hat Michael Ludwig bisher ja nicht auslösen können. Weder als SPÖ-Vorsitzender noch als designierter Bürgermeister. Wo die Partei hin möchte, weiß kein Mensch. Am Alsergrund will sie ein Ausländer-Wahlrecht einführen, in der Peripherie nichts davon wissen. Linke gegen Rechte eben. Und Ludwig selbst hat für eines seiner zentralen Vorhaben bereits eine Abfuhr erlitten: Zuwanderer bei diversen Sozialleistungen hinten anstellen lassen, geht nicht, hat der Verfassungsgerichtshof entschieden; die niederösterreichische Wartefrist bei der Mindestsicherung ist von den Höchstrichtern gekippt worden. Blöd für Ludwig, der Vergleichbares wollte.

Was von seinen Vorhaben bleibt, ist mager. Eine Donaubühne und eine neue Mehrzweckhalle beispielsweise. Das sind weder gesellschafts-, noch sozial-, geschweige denn wirtschaftspolitische Projekte, die Wien irgendwie weiterbringen würden. Das sind vielmehr kostspielige Bauwerke. Und wenn es bisher um solche gegangen ist, dann hatdie Öffentlichkeit mit der Sozialdemokratie, aber auch diese mit sich selbst, die schlechtesten Erfahrungen gemacht, die man sich vorstellen kann.

Womit wir die Geschichte abkürzen und gleich zum KH Nord-Skandal kommen können. Oder soll man besser von Skandalen sprechen? Wie auch immer: So sehr das jetzt überraschen mag, aber für Ludwig kommt das wie gerufen. Zwar ist er schon länger Mitglied der Stadtregierung und trägt damit entfernt eine gewisse Mitverantwortung. Unmittelbarer tun das aber andere: Sein baldiger Vorgänger als Bürgermeister, Michael Häupl; sowie die amtierende und die ehemalige Gesundheitsstadträtin, Sandra Frauenberger und Sonja Wehsely.

Das ist hervorragend für Michael Ludwig: Jeder neue Chef ist gut beraten, die Verhältnisse, die er antrifft, möglichst schlecht darzustellen. So kann er nach einer gewissen Zeit eher nur strahlen: Unter ihm läuft’s besser. Ludwig muss sich in diesem Zusammenhang gar nicht erst anstrengen; in seinem Fall ist das zu offensichtlich: Mit jeder neuen Affäre rund um das KH Nord, die der Boulevard dann auch noch mit einem Bild illustriert, auf dem Frauenberger und Wehsely heulen, wird für Otto Normalverbraucher noch deutlicher, dass das, was bisher geschehen ist, eine einzige Katastrophe ist. Und dass man wirklich froh darüber sein muss, dass mit Ludwig wenigstens ein neuer Chef daherkommt, der im Übrigen ganz selbstlos eine Untersuchungskommission einrichten lässt.

Das ist das eine. Das andere: Es trifft sich gut, dass Frauenberger neben Finanzstadträtin Renate Brauner noch am ehesten den Flügel der Sozialdemokratie verkörpert, der Ludwig eher feindlich gegenübersteht. Sie loszuwerden, ist für diesen nun jedoch ein Kinderspiel geworden. Und das erleichtert es ihm auch ungemein, seine Regierungsriege in Bälde überhaupt so aufzustellen, wie es allein ihm gefällt.

Johannes Huber führt den Blog dieSubstanz.at – Analysen und Hintergründe zur Politik

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