"Für immer Shrek" – Vergnüglicher Abschluss der Oger-Saga

"Für immer Shrek" – Vergnüglicher Abschluss der Oger-Saga
Es ist schrecklich: Der gute alte “Shrek” ist weich geworden und lebt seinen Alltag als Hausmann und touristische Sumpfattraktion. Die Ehe mit Fiona und das Leben mit den Drillingen ist in einen langweilig-häuslichen Familienalltag gerutscht; vorbei sind die seligen Zeiten, als sich noch alle vor dem lauten Gebrüll des grünen Ogers gefürchtet haben.

Ach könnte es doch noch mal so wie früher sein! Von dieser Ausgangsposition aus generierten die DreamWorks-Macher rund um Mike Mitchell einen vergnüglichen Animationsfilm in 3D mit vielen Reverenzen an Teil eins – und damit (ab 1. Juli im Kino) auch einen gelungenen Abschluss der Saga.

Dass der vierte Teil von “Shrek” in den US-amerikanischen Kinos derzeit dennoch nicht sonderlich erfolgreich läuft, liegt wohl vor allem an den enttäuschten Reaktionen auf Teil drei. Damals sank das Humorniveau in ungeahnte Tiefen, die Fortsetzung der Merchandisingverkäufe stand ganz offensichtlich im Vordergrund vor etwaigen originellen Ideen. Gleichzeitig sind nun beim vierten Teil die Ticketpreise für das Erleben der 3D-Effekte um einiges höher. Gerade diese Effekte sind bei “Für immer Shrek” jedoch sparsam und gezielt eingesetzt und machen die Abenteuer im Märchenland “Weit Weit Weg” zu einem richtigen Familienspaß.

Der große Antagonist des vierten Teils ist Rumpelstilzchen, böse, verschlagen und immer mit einem magischen Vertrag zur Hand. Um das Ziel zu erreichen, das Königreich unter seine Herrschaft zu bekommen, schlägt Rumpel Shrek ein Tauschgeschäft vor: Der Oger bekommt einen Tag seines früheren Lebens zurück, dafür nimmt sich der hinterlistige Zwerg einen Tag aus Shreks Jugend – nämlich den seiner Geburt. Wie die Welt ohne das liebenswerte Monster aussähe, wird dann in den schillerndsten Farben geschildert: Dürre Wiesen, versklavte Bürger, Esel Donkey und Kater Puss kennen ihn nicht mehr – und Fiona ist die Jeanne d’Arc der Widerstandsbewegung.

Wie sich Shrek in der teils schön absurden und größtenteils logisch wohl recht schwierig nachvollziehbaren Geschichte aus dem Schlamassel rettet, ist unterhaltsam anzusehen und geizt nicht mit intelligenten Seitenhieben und ironischen Pointen. Mike Myers leiht dem Oger im Original wieder seine Stimme, Fiona wird von Cameron Diaz gesprochen, Donkey und Puss von Eddie Murphy und Antonio Banderas. Es ist ein über weite Strecken gelungenes Finale, kein vor überschäumender Fantasie sprühendes Kunstwerk, aber doch zumindest ein sorgsam gezimmertes und ideenreich bebildertes Animationsspektakel, das manchmal auch an Frank Capras “It’s a Wonderful Life” (1946) erinnert. Alles in allem keine schlechten Nachrichten für Freunde des Ogers.

http://www.shrekinternational.com

 

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