2. November 2012 14:38; Akt.: 2.11.2012 14:38

Für 60 Ratten gibt es ein Handy

Rattenplage in Alexandra Rattenplage in Alexandra - © Youtube
Schauplatz dieses seltsamen Deals ist Südafrika; genauer Alexandra, dass ärmste Viertel der Stadt Johannesburg. Seit Jahren ist das Ghetto Alexandra (kurz Alex) ein Paradies für Ratten. Eine halbe Millionen Menschen leben auf engstem Raum, manchmal zu zehnt in einer Hütte.

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Das acht Quadratkilometer umfassende Ghetto weist eine hohe Arbeitslosen- und Kriminalitätsrate auf. Doch seit jeher sind vor allem die Nager ein Hauptproblem des Stadtteiles. Da die Müllabfuhr in Johannesburg stets mit  Abwesenheit glänzt, haben sich ganze Abfallberge angehäuft, an denen sich die Ratten zu Hunderten bedienen. So sagt ein Bewohner des Viertels der Zeitung Alexandras Mail & Guardian: „Nachts erwacht der Ort zum Leben.“ Schlafende werden durch Rattenbisse geweckt und andere klagen über angenagte Kleider. Doch vor allem das erhöhte Gesundheitsrisiko macht den Menschen in Alex zu schaffen — einer äußert seine Besorgnis :„Sie bedeuten eine große Gefahr für unsere Gemeinschaft.“

Rattengift und Eulen lösten das Problem nicht

Die Stadtverwaltung versuchte dem Problem mit Rattengift entgegenzutreten, was jedoch kaum Wirkung zeigte. Auch Eulen wurden eingesetzt, die den Bestand der Ratten verringern sollten, aber manche Anwohner waren der Überzeugung, dass die Eulen das Böse verkörperten, und töteten sie.

Sechzig Ratten gegen ein Handy

Was die Menschen in Alexandra nun erfreuen dürfte; die Organisation LifeLine hat die Tiere mit einem Kopfgeld belegt: Liefert ein Anwohner sechzig Ratten aus, wird er mit einem Handy entlohnt. Viele werden sich nun wohl als Rattenfänger versuchen, wie Joseph Mothapo, der erklärt, wie es geht:„ Sie legen einfach ein paar Essensreste in einen Käfig, die Ratten klettern hinein und die Falle schnappt zu.“ Mit diesem Trick ist er inzwischen um zwei Handys reicher geworden.

Ratten werden vergast

Während die Entlohnten glücklich über ihre Handys sind, geht es den Ratten an den Kragen. Sie werden in einem lokalen Sportzentrum gesammelt und vergast. Nebenbei werden die Angaben der Rattenfänger zum Fundort der Tiere ausgewertet. Dann kann das LifeLine-Team die Rattennester ausfindig machen,um die Nager gezielt auszuräuchern.

Diese Methode hat allerdings auch Tierschützer auf den Plan gerufen, die mit der Vorgehensweise alles andere als einverstanden sind. Das letzte Wort dürfte in der Stadt der Ratten also noch nicht gesprochen worden sein.

Das Rattenleben

 

Ratten in Alexandra



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