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31. Mai 2008 08:32; Akt.: 31.05.2008 08:32

Fünffach-Mord: Rekonstruktion der Taten

Rekonstruktion in Hietzing Rekonstruktion in Hietzing - © © APA
Begleitet von einem großen Polizeiaufgebot ist der mutmaßliche Fünffachmörder Reinhard St. Samstag früh an den Tatort in Wien-Hietzing zurückgekehrt, wo er am 13. Mai seine Ehefrau und die siebenjährige Tochter tötete.

Die Kriminalisten wollten mit ihm eine Tatrekonstruktion durchführen. Das Verbrechen solle nachgestellt und per Video aufgezeichnet werden, hieß es aus Polizeikreisen.

Gegen 9.30 Uhr wurde der mutmaßliche Fünffachmörder in einem Konvoi von Polizeifahrzeugen zum Tatort gebracht. Der Mann wurde in Handschellen zu seiner alten Wohnung gebracht. Kurz zuvor zündete eine Frau eine Kerze vor dem Haus für die Opfer an.

“Ich habe ihn gekannt, hatte einen guten Eindruck von der Familie”, erzählte eine Nachbarin, die vor dem Menschenauflauf “flüchtete”. “Ich mag ihn nicht sehen”, sagte sie zu den wartenden Journalisten. “Ich hätte verstanden, wenn er Selbstmord begangen hätte”, so die Nachbarin.

Reinhard St. steht unter dringendem Verdacht am 13. Mai zunächst in Wien sein Tochter und seine Ehefrau mit einer Axt erschlagen zu haben. Dann fuhr er offenbar nach Ansfelden in Oberösterreich, wo er seine 69-jährige Mutter und und seinen 72-jährigen Vater in deren Haus ermordete. Unmittelbar danach dürfte er in Oberösterreich auch noch seinen 80-jährigen Schwiegervater getötet haben. Der Verdächtige stellte sich schließlich wenige Stunden später der Polizei in Wien.

In weniger als einer Stunde war am Samstag die Begehung am Tatort in Wien-Hietzing abgeschlossen. Die Rekonstruktion des Verbrechens sei ruhig und ohne Überraschungen verlaufen, sagte der Rechtsbeistand des mutmaßlichen Fünffachmörders im Anschluss. Sein Mandant habe aber dennoch deutliche Emotionen gezeigt. “Er war sehr konzentriert, wenn er Dinge erzählte, ist aber ruhig dabei geblieben und immer wieder in Emotionen ausgebrochen. Er hat beim Reden immer wieder gestockt”, sagte Ernst Schillhammer.

Dem 39-jährigen Täter wurde eine Puppe gebracht, an der er zeigen musste, wie er die tödlichen Schläge ausführte. Dabei ist ein Videoband gelaufen, außerdem dokumentierten Polizeifotografen den Vorgang.

Die Tatrekonstruktion sei für die Staatsanwaltschaft wichtig, um herauszufinden, ob das, was der Beschuldigte erzählt, auch mit den medizinischen Befunden zusammenpasst.

Kurz nach 10.30 Uhr fuhren die Kriminalisten mit dem Verdächtigen weiter nach Oberösterreich zu den Tatorten in Ansfelden und Linz, wo der Mann seine Eltern und seinen Schwiegervater tötete. Bis 17.00 Uhr sollten die Arbeiten voraussichtlich abgeschlossen sein.


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