Fünf Videospiele, die man sich für den Sommer vormerken sollte

Von Christoph Stachowetz
Beschäftigung für verregnete Sommertage: "Mirror's Edge Catalyst"
Beschäftigung für verregnete Sommertage: "Mirror's Edge Catalyst" - © EA/DICE
Der Sommer ist in Hinsicht auf Games traditionell immer ein Trauerspiel: Wenige bis keine Veröffentlichungen. Warum das angesichts der Ferienzeit so geplant ist bleibt für viele ein Mysterium.

Hier und da gibt es aber doch einige nette Titel, auf die man sich freuen darf. Eine Übersicht über die vielleicht interessantesten und wichtigsten Spiele in diesem Sommer bietet Gelegenheit, seine Freizeit mit den Veröffentlichungsdaten zu koordinieren oder sich die persönliche Präferenzen im Kalender vorzumerken.

“Mirror’s Edge Catalyst” (am 07.06. für PS4, Xbox One und PC)

Schon recht bald – und für einige wohl auch die passende Ablenkung zur Fußball-Europameisterschaft – bringen die schwedischen Entwickler DICE (bekannt durch die “Battlefield”-Reihe, “Star Wars Battlefront”) die lange erhoffte Fortsetzung des First-Person-Action-Plattformers “Mirror’s Edge”. Wobei “Mirror’s Edge Catalyst” eigentlich als Reboot gehandelt und dank des erzählerischen Fokus auf die Vergangenheit der Protagonistin Faith auch mehr in diese Richtung zu bieten haben wird. Ein überarbeitete Kampfsystem, bei dem Waffengebrauch für den Spieler gestrichen wurde, zeugt schon vorab von sinnvollen Neuerungen, wohl ebenso wie eine Art Zeitlupenfunktion, die es ermöglich, Kugeln der Gegner auszuweichen, wenn der Spieler genügend “Fokus” mit Parkour-Einlagen gesammelt hat. Ein asynchroner Multiplayer und eine offene Spielwelt ist ebenfalls bei “Mirror’s Edge Catalyst” zu finden, auch einige Tool sind nun für Faith nutzbar. Ob all die neuen Elemente den Titel nun zu einem Kassenschlager machen werden bleibt abzuwarten, denn die Konkurrenz hat mit ähnlichen Spielen (etwa: “Dying Light”) bereits einiges vorgelegt, das es zu übertreffen gilt.

“Mighty No. 9” (am 24.06. für PS4, PS3, PC, Xbox One, Xbox 360 und Wii U)

Auf Basis einer Kickstarter-Crowdfunding-Kampagne, die im August 2013 gestartet wurde und schon binnen zwei Tagen das anvisierte Ziel von knapp einer Million US-Dollar erreichte, wurde “Mighty No. 9” ins Leben gerufen. Als inoffizieller Nachfolger des Videospielklassikers “Mega Man” gehandelt, stehen die Zeichen gut, dass der Action-Plattformer auf großen Anklang innerhalb der Videospielgemeinde treffen wird. Da ist zum einen die Involvierung von Keiji Inafune, seinerseits Charakterdesigner von “Mega Man” und Produzent von Hits wie “Onimusha”, “Dead Rising” und “Lost Planet”. Auch Videospielkomponist Manami Matsumae (“Mega Man”, “Shovel Knight”) ist mit an Bord. Und das der 2D-Plattformer ganz im Zeichen des großen Vorbilds steht, ist dann natürlich sowieso klar. Zeitgemäße Gameplay-Erweiterungen wie etwa ein Combo-System lassen den mehrfach verschobenen Release von “Mighty No. 9” noch interessanter werden – sofern man den furchtbaren neuen Trailer gezielt aus seiner Erinnerung entfernen kann.

“LEGO Star Wars: Das Erwachen der Macht” (am 28.06. für alle Systeme)

Der mediale Rummel um den neuen filmischen Eintrag in der “Star Wars”-Saga hat langsam wieder erträgliche Formen angenommen, auch der Ankünder für “Rogue One: A Star Wars Story” liegt schon einige Zeit zurück und das Internet als solches hat sich wieder beruhigt. Perfekter Zeitpunkt also, um ein interaktives Erlebnis rund um die Sci-Fi-Epen zu veröffentlichen: Mit “LEGO Star Wars: Das Erwachen der Macht” kommt der fünfte Videospiel-Streich in der Serie aus dem Hause TT Games, die auch schon für die Lego-Versionen von “Batman”, “Harry Potter”, “Indiana Jones” und “Herr der Ringe” verantwortlich zeichneten. Das Spielprinzip ist gleich geblieben, einige kleinerer Änderungen am Gameplay wie etwa die Möglichkeit, in den “Blastler Battles” beim Fernkampf in Deckung zu gehen, erscheinen nützlich und sinnvoll. Abseits davon spendiert der Titel auch eine Story-Überleitung von “Star Wars: Rückkehr der Jedi-Ritter” hin zu “Star Wars: Das Erwachen der Macht” und natürlich eine Vielzahl an spielbaren Charaktere wie Rey, Finn, Captain Phasma, Han Solo (*schluchtz*) und sogar BB-8. Die gesamte Besetzung des neuen Films – von Harrison Ford bis Max von Sydow – ist auch an Bord.

No Man’s Sky (am 10.08. für PS4 und PC)

Ernsthaft: Todesdrohungen an die Entwickler schicken, nur weil einer der wohl heiß ersehntesten und vermutlich auch gewaltigsten Titel der jüngeren Videospielgeschichte zur Qualitätskontrolle ganze sieben Wochen verschoben wurde? Ältere Videospiel-Semester müssen da wohl gleichermaßen den Kopf ungläubig schütteln und auch ein leichtes Schmunzel aufziehen, da sie wohl automatisch an “Duke Nukem Forever” oder “The Last Guardian” denken werden. Wie auch immer: “No Man’s Sky” kommt noch während der Sommerzeit, was auch gut so ist. Angesichts einer gewaltigen Spielwelt, die prozedural generiert wird (bedeutet: Von Planeten, Wetter, Flora und Fauna, dem Verhalten von Tieren, Aussehen von Gebäude und auch Design von Raumschiffe wird alles zufällig für jeden Spieler zusammengestellt), kann auch ein Zeitrabatt seitens des Spielers kein Nachteil sein. Auf den Release des Titels darf man sehr gespannt sein: Wird “No Man’s Sky” tatsächlich das Spiel werden, welches sämtlichen Vorstellungen und Wünschen gerecht wird? Die Erwartungshaltung ist jedenfalls enorm, wie man ja an den eingangs erwähnten Reaktionen gemerkt hat.

Deus Ex: Mankind Divided (am 23.08. für PS4, Xbox One, PC)

First-Person-Shooter, Rollenspiel-Elemente und Stealth-Gameplay, eingebettet in eine futuristische Cyberpunk-Welt voller politischer Intrigen und gesellschaftlicher Konfliktherde: Das ist “Deus Ex”. Im Jahr 2011 wurde die Serie wiederbelebt, nur einige Mankos wie etwa die mühseligen Bosskämpfe, die dem abwechslungsreichem Gameplay diametral entgegenstanden, konnten den großartigen Gesamteindruck etwas trüben. Nun kommt also die direkte Fortsetzung Deus Ex: Mankind Divided samt neuer Gameplay-Engine, in der der Spieler erneut die Rolle des stark mechanisch modifizierten (“augmentierten”) Anti-Terroragenten Adam Jensen übernehmen darf. Zwei Jahre nach den Ereignissen des Vorgängers “Deus Ex: Human Revolution” ist die Gesellschaft offen gegen ihre modifizierten Mitglieder eingestellt und sieht diese als Aussenseiter, die verstoßen werden müssen – eine “mechanische Apartheit” ist die Folge. Inmitten dieser gespaltenen Gruppen arbeitet der Spieler an der Aufdeckung einer Verschwörung. Klingt jedenfalls schon mal spannend.

(Red.)

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