Austria Wien: Friesenbichler will raus aus “Superjoker”-Rolle

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Friesenbichler hofft auf einen Stammplatz in der Aufstellung.
Friesenbichler hofft auf einen Stammplatz in der Aufstellung. - © apa
Kevin Friesenbichler hat im Herbst 18 von 20 Ligaspielen für die Wiener Austria absolviert. Der Leihspieler von Benfica Lissabon stand aber nur sechsmal in der Startelf, im Frühjahr soll die Rolle des “Superjokers” für den 21-Jährigen ein Ende haben.

“Ich bin natürlich nicht glücklich mit der Jokerrolle, strebe anderes an, will mir im Frühjahr einen Stammplatz erarbeiten. Das ist mein Ziel und mein Anspruch, weil ich sehe, dass ich auf jeden Fall auf dem Niveau mithalten kann”, sagte der Austria-Angreifer im APA-Gespräch. Er versuche Coach Thorsten Fink in jedem Training zu überzeugen.

“Ich habe es ihm einige Male schwer gemacht, dass er mich draußen lässt und im Frühjahr werde ich ihm immer weniger Möglichkeiten geben, mich nicht von Anfang an spielen zu lassen”, blickte Friesenbichler positiv voraus.

Friesenbichler will sich Stammplatz erspielen

Der Sohn von Bruno Friesenbichler traf bisher in der Liga jeweils als Wechselspieler. Beim 2:1 im Derby gegen Rapid sorgte er in der 89. Minute für die Entscheidung, beim 1:1 gegen Tabellenführer Salzburg in der 80. Minute für den Ausgleich. Zudem schoss der ÖFB-U21-Teamspieler seine Mannschaft mit einem Doppelpack beim 2:1 gegen Altach im Alleingang ins ÖFB-Cup-Viertelfinale. Zuvor hatte er auch schon beim 7:0 gegen Wels im Cup doppelt getroffen.

“Ich habe schwierig reingefunden, aber mit meiner Leistung von Mitte der Saison bis Winter war ich relativ zufrieden. Ich habe mich gesamt gesehen gut zurechtgefunden im neuen System und der neuen Liga”, erklärte der Austria-Stürmer. 2016 soll eine weitere Steigerung folgen, Torziele setzt er sich aber keine mehr. “Den Fehler habe ich schon einmal gemacht”, gestand Friesenbichler. Luft nach oben hat er: “Es hat oft ein bisschen was gefehlt, ich war bei der ein oder anderen Aktion vielleicht ein bisschen unkonzentriert.”

Starke Konkurrenz im Austria-Sturm

Zu Beginn der Frühjahrssaison dürfte er aber weiter mit der Jokerrolle leben müssen. Bei der Generalprobe für den Frühjahrsstart am 6. Februar (18:30 Uhr, live auf Sky) in Grödig am Freitag gegen den FC Basel durfte Friesenbichler ab der 80. Minute ran. Larry Kayode spielte beim 3:1-Erfolg in Wien von Beginn an und erzielte auch ein Tor. Eine Hoffnung Friesenbichlers ist daher auch, dass Fink einige Male mit zwei Stürmern agieren könnte.

Im letzten Testspiel schlägt die Austria den FC Basel mit 3:1!Acht Tage vor dem Spiel gegen den SV Grödig treffen Larry Kayode, Alex Gorgon und Alex Grünwald. Für die Schweizer trifft Marc Janko!

Posted by FK Austria Wien on Freitag, 29. Januar 2016

Für Friesenbichler geht es im Frühjahr auch um seine Zukunft, ist er doch nur bis Sommer von Benfica Lissabon ausgeliehen. “Ich fühle mich sehr wohl bei der Austria”, hofft der Angreifer auf einen Verbleib in Favoriten. Die Wiener haben eine Kaufoption. “Wir müssen im Sommer schauen ob es eine weitere Möglichkeit gibt, er das will und wir das schaffen. Es gibt vielleicht auch noch andere Fantasien, als einen Kauf”, erklärte Sportdirektor Franz Wohlfahrt.

Friesenbichler sei sehr wichtig. “Für einen Verein, der vorne mitspielen will, ist es wichtig, dass jede Position doppelt besetzt ist. Den Großteil seiner Einsätze hat er zu 100 Prozent genützt, so einen Joker habe ich gerne”, resümierte der Ex-Goalie.

Trotz Jugend viel herumgekommen

Friesenbichler gab im Herbst sein Debüt in der Bundesliga. Zuvor hatte er im Ausland Erfahrungen gesammelt. Nach vier Jahren im Nachwuchs von Bayern München folgte im Sommer 2014 der Wechsel zu Benfica. Von dort wurde er nach nicht einmal zwei Monaten für ein Jahr nach Polen an Lechia Gdańsk verliehen. “Dort habe ich sehr viel gelernt, weil es eine ziemlich körperbetonte Liga ist und das hat mir noch gefehlt, da ich vor zwei Jahren noch ein ziemlich schmächtiger Bua war”, erzählte die Austria-Stürmerhoffnung.

Bei Benfica hat Friesenbichler noch einen bis Sommer 2018 gültigen Vertrag. Es ist aber nicht zu erwarten, dass der Klub in Zukunft auf ihn baut. “Natürlich wäre es schön, aber ich war zwei Monate dort und weiß was dort abgelaufen ist, dass dort auf andere Sachen Wert gelegt wird”, sagte Friesenbichler ohne näher darauf einzugehen. Er will nur mehr den Blick nach vorne richten, da stehen 2016 auch mit dem ÖFB-U21-Team entscheidende Spiele in der EM-Qualifikation an.

(apa/red)

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