Frauentag 2018: Bundeskanzleramt in weiblicher Hand

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Frauenministerin Juliane Bogner-Strauß sieht noch viel Aufholbedarf bei Frauenrechten.
Frauenministerin Juliane Bogner-Strauß sieht noch viel Aufholbedarf bei Frauenrechten. - © APA/HERBERT NEUBAUER
Das Bundeskanzleramt ist – zumindest was die Mitarbeitenden betrifft – weiblich dominiert. 62 Prozent beträgt der dortige Frauenanteil. Laut Frauenministerin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) gebe es aber noch “unglaublich viel zu tun”.

Seit über 100 Jahren gebe es den Frauentag, und “er ist heute genauso wichtig wie damals”, meinte Bogner-Strauß vor den rund 150 Mitarbeiterinnen, die der Einladung gefolgt waren. In den kommenden Jahren wolle man gemeinsam noch viel für die Frauen umsetzen, bekräftigte die Ministerin. Schwerpunkte seien dabei Gewaltprävention, eine Verringerung der Einkommensschere, eine Evaluierung und Zusammenführung der Einkommensberichte in Unternehmen, die Stärkung der Gendermedizin und ein weiterer Ausbau der Kinderbetreuung.

SPÖ kritisiert Frauenministerin

Nicht zufrieden mit der Ministerin zeigte sich SPÖ-Frauenchefin Gabriele Heinisch-Hosek. Bogner-Strauß bremse bei der Frauenpolitik, statt sie vorwärts zu treiben, meinte sie in einer Aussendung. Heinisch-Hosek rief einmal mehr zur Unterstützung des Frauenvolksbegehrens auf und pochte auf ein Lohntransparenzgesetz, eine staatliche Unterhaltsgarantie und einen bundesweiten Qualitätsrahmen für Kinderbetreuungseinrichtungen.

FPÖ: Auch Mütter erbringen Leistung

Die Dritte Nationalratspräsidentin Anneliese Kitzmüller (FPÖ) plädierte indes in einer Aussendung für einen wertschätzenden Umgang miteinander. Natürlich sei es “schön, wenn Frauen beruflich erfolgreich sind und ihre Leistungen belohnt werden”, meinte sie. “Genauso wertvoll sind aber auch die Leistungen der Mütter; Kindererziehung sowie Haushaltsführung nehmen oft mehr als 40 Stunden in der Woche ein.” Es gehe darum, “Frauen jene Wertschätzung für all ihre Leistungen – in ihren Familien, in ihren Berufen, in ihren ehrenamtlichen Tätigkeiten – zukommen zu lassen, die sie verdienen”, betonte sie. “Diese Wertschätzung muss sich selbstverständlich auch in einer gerechten Entlohnung manifestieren.”

Gleichberechtigung laut ÖH noch in weiter Ferne

Noch viel zu tun gibt es aus Sicht der Österreichischen Hochschülerinnenschaft (ÖH): Von Gleichberechtigung sei man “noch weit entfernt”, kritisierte Marita Gasteiger vom Vorsitzteam der ÖH-Bundesvertretung. “Frauen stehen im Hochschulbereich nach wie vor massiven Schranken gegenüber. Die Gläserne Decke im Berufsaufstieg ist nur ein Beispiel. Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts stehen leider an der Tagesordnung.”

(APA/red)

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