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Frauenleiche im Neusiedler See: Verdächtiger aus Wien soll bei Tatrekonstruktion helfen

Der Verdächtige soll bei der Tatkonstruktion helfen.
Der Verdächtige soll bei der Tatkonstruktion helfen. ©APA/ROBERT JAEGER
Der 63-jährige Wiener, der unter Verdacht steht eine Frau getötet, zerstückelt, gekostet und im Neusiedler See versenkt zu haben, wurde in Begleitung der Polizei und seiner Anwältin Astrid Wagner, am Montag in seine Wohnung in der Jägerstraße in Wien-Brigittenau gebracht. Am Tatort soll der Verdächtige bei der Tatrekonstruktion behilflich sein.
Verdächtiger soll bei Tatrekonstruktion helfen

In der Wohnung soll der Verdächtige Ende März eine ungarische Prosituierte nach einem Streit erwürgt und dann zerstückelt haben. Laut Staatsanwaltschaft hatte der Verdächtige Leichenteile in der Tiefkühltruhe eingefroren, um sie später “zu kosten”. Mit den restlichen Teilen samt Torso fuhr er demnach mit seinem Wagen nach Rust im Burgenland, um diese im Neusiedler See zu entsorgen.

Der Torso der Frau war am 13. April in der Ruster Bucht entdeckt worden. Noch am selben Tag bargen Cobra-Taucher den Kopf, später fand man weitere Leichenteile, die in Wien obduziert wurden. An der Suche waren nicht nur Spezialtaucher, sondern auch Leichenspürhunde und Feuerwehrleute aus Rust, Purbach und Neusiedl am See beteiligt. 14 Tage nach der Auffindung der Toten wurde der 63-Jährige, der laut Staatsanwaltschaft ein “massiv einschlägig getrübtes Vorleben im Bereich der Gewalt und des Sexualverbrechens” aufweist, festgenommen. Er sei im Oktober 2016 aus dem Maßnahmenvollzug bedingt entlassen worden.

Verdächtiger Wiener wollte Frau “nur kosten”

Einen großen Erkenntnisgewinn gab es bei der Rekonstruktion in Wien laut der Anwältin nicht. “Er ist ja umfassend geständig”, sagte Wagner. Anschließend sollte die Rekonstruktion an der Seehütte in Rust am See fortgesetzt werden. Die Juristin versprach sich mehr Information von dem noch ausstehenden psychiatrischen Gutachten, in dem geklärt werden soll, ob ihr Mandant bei dem Delikt zurechnungsfähig war. Er selbst behauptet, “im Affekt” gehandelt zu haben.

Mit einem weiteren ungeklärten Mord an einer Prostituierten im Jahr 1993 im nur wenige Kilometer entfernten St. Margarethen (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) will der Verdächtige weiterhin nichts zu tun haben. “Er sagt, dass er es nicht war”, meinte Wagner.

Auch Tatrekonstruktion in Rust

Im Fall der im April im Neusiedler See entdeckten Frauenleiche hat am Montag auch in der Ruster Bucht die Tatrekonstruktion stattgefunden. Der Verdächtige führte die Ermittler, die Haftrichterin, die Gerichtsmedizinerin und die Staatsanwältin in Begleitung seiner Anwältin Astrid Wagner zu seiner Seehütte, zur Bootsgarage sowie zu jener Stelle im See, wo er die Leichenteile entsorgt haben soll.

“Er hat überall sehr bereitwillig und durchaus kooperativ alles geschildert und hat durchaus auch gefasst gewirkt, wobei das kann auch täuschen”, sagte Wagner. Die Schilderungen seien relativ ident mit seiner Aussage gewesen. Warum er die Leichenteile nach Rust gebracht habe, dazu habe er nichts gesagt. Wagner rechnete mit einem Prozess im Spätherbst.

APA/red

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