Frau soll Innviertler ausgenommen haben – Suizid

Eine Frau, die ihm die große Liebe vortäuschte, soll einen 30-jährigen Innviertler so lange ausgenommen haben, bis er aus Verzweiflung Suizid verübte. Laut Polizei gab er ihr seine Ersparnisse, lieh sich Geld und griff sogar bei der Feuerwehr in die Kasse. Als sie ihn damit dann noch erpresste, dürfte er keinen anderen Ausweg mehr gesehen haben. Insgesamt geht es um rund 98.000 Euro.

Die 29-Jährige und der 30-Jährige aus dem Bezirk Ried im Innkreis kannten einander zumindest seit 2015. Er hatte sich in sie verliebt, sie ließ ihn im Glauben, dass sie seine Gefühle erwidere. Die beschäftigungslose Frau soll ihm dann zwei Jahre lang immer wieder Geld herausgelockt haben – mit dem Versprechen alles zurückzuzahlen, obwohl sie laut Ermittlern genau gewusst habe, dass sie das nicht kann.

Der Innviertler opferte sein gesamtes Erspartes, er lieh sich von Angehörigen sowie Freunden Geld, nahm Kredite auf. Schließlich griff er sogar bei der Feuerwehr, wo er Mitglied war, in die Kasse. Damit dort das Fehlen des Geldes nicht bemerkt wird, wollte er zumindest diesen Betrag von seiner Freundin rasch zurück. Anstatt die Schulden zu bezahlen, verlangte sie von ihm aber weitere 500 Euro, andernfalls würde er gar nichts mehr zurückbekommen. Sie drohte sogar damit, die Sache öffentlich zu machen.

Die Angst, dass er wegen Veruntreuung angezeigt werden könnte, dürfte für den Mann dann zu viel gewesen sein. Laut Polizei nahm er sich wenige Tage nach der Erpressung im April das Leben. Der Suizid wurde zunächst als unbedenklich eingestuft. Die Angehörigen ließen aber nicht locker. Sie stellten eigene Nachforschungen an und erstatteten im Juni Anzeige. Daraufhin wurde erneut ermittelt und u.a. bei einer Hausdurchsuchung belastendes Material sichergestellt.

Die Frau gab die Taten zu. Sie zeige aber keine Reue, so die Polizei. Die 29-Jährige wurde der Staatsanwaltschaft Ried angezeigt.

(APA)

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