Frau auf unsägliche Weise misshandelt: Prozess gegen Ex-Freund in Wien

Ein 34-jähriger Wiener steht wegen schweren Misshandlungen vor Gericht
Ein 34-jähriger Wiener steht wegen schweren Misshandlungen vor Gericht - © APA (Sujet)
Weil er über Monate seine Freundin verprügelt, mit einem Messer und Bügeleisen malträtiert und schließlich noch auf unsägliche Weise vergewaltigt haben soll, musste sich ein 34-jähriger Mann am Mittwoch am Wiener Landesgericht verantworten.

Die Verhandlung gegen den geständigen 34-Jährigen wurde zur Einholung eines gynäkologischen Gutachtens vertagt.

Entsetzen beim Prozess in Wien

Die Staatsanwältin zeigte sich entsetzt über die Taten, die sie dem 34-Jährigen vorhielt. Der in Österreich geborene türkische Staatsbürger soll sein Opfer im Juli vergangenen Jahres kennengelernt haben. Als er erfuhr, dass sie von einem anderen Mann schwanger war, trennte er sich nicht von ihr, sondern begann, sie wegen Nichtigkeiten – dass sie jemanden auf der Straße gegrüßt oder die Wäsche angeblich nicht ordentlich gebügelt hatte – mit Faustschlägen und Fußtritten zu verprügeln.

Minutenlang Verletzungen aufgezählt

Die medizinische Sachverständige brauchte minutenlang, um alle Verletzungen der Frau aufzuzählen, die in den vergangenen Monaten in Spitälern behandelt wurden. Dazu gehören eine Gehirnerschütterung, unzählige Prellungen, Hämatome praktisch am gesamten Körper, Serienrippenbrüche, ein Nasenbeinbruch, eine eingedrückte Nasenhöhle, gebrochene Lendenwirbelkörper und weitere schwerste Verletzungen wie Verbrennungen durch ein Bügeleisen und ein Messerstich in die Schulter. Zunächst gab das Opfer an, die Kellerstiege hinuntergefallen zu sein, was die Ärzte jedoch von Anfang an nicht glaubten.

Demütigung und Vergewaltigung

Darüber hinaus urinierte der 34-Jährige laut Anklage auf seine Lebensgefährtin und vergewaltigte sie auf unbeschreibliche Art. Er hatte sein Opfer derart eingeschüchtert, dass dieses sich erst im Jänner dieses Jahres traute, ihren Peiniger zu verlassen und anzuzeigen. In U-Haft versuchte er gegenüber der Staatsanwältin, der Gequälten eine Mitschuld an seinen Gewaltausbrüchen anzulasten. Über seine Familie soll er noch vor wenigen Tagen zudem versucht haben, die Frau von einer Aussage abzuhalten.

Persönlichkeitsstörung des Angeklagten

Sein Verteidiger verwies darauf, dass sein Klient ohne Liebe aufgewachsen und selbst ständig schwer verprügelt worden sei. “Auch ich habe keine Entschuldigung für meinen Mandanten”, sagte Nikolaus Rast. Der 34-Jährige habe in U-Haft eine Psychotherapie begonnen und nun erste Einsicht gezeigt – er würde aber keine Aussage machen, dazu sei er “zu nervös”. Richterin Nina Steindl gegenüber gab er dann doch kurz an, dass dies seine erste “Beziehung” gewesen sei und dass ihm alles sehr leid täte. Laut psychiatrischem Gutachter ist der Beschuldigte zurechnungsfähig, leidet aber an einer Persönlichkeitsstörung, die weitere Gewalttaten ohne stationäre Behandlung wahrscheinlich erscheinen lässt.

Frau durch Misshandlungen schwer verletzt

Da das Opfer laut medizinischer Sachverständiger durch die Vergewaltigung schwer verletzt wurde, änderte die Staatsanwaltschaft die Anklage entsprechend, was im Fall eines Schuldspruches eine höhere Strafe zur Folge hätte. Um abzuklären, ob und wie lang das Opfer beeinträchtigt war, um dies im juristischen Sinne zu rechtfertigen, wurde ein ergänzendes Gutachten in Auftrag gegeben. Die Verhandlung wird am 16. Juli fortgesetzt.

(apa/red)

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