Frau am Heimweg im Prater vergewaltigt: Mann in Wien verurteilt

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Auf dem Heimweg im Prater fiel der Mann über die Frau her.
Auf dem Heimweg im Prater fiel der Mann über die Frau her. - © APA
Ein junger Mann ist am Donnerstag zu drei Jahren unbedingter Haft verurteilt worden, weil er in der Nacht auf den 6. Juni 2015 im Prater eine 45-Jährige, die vom Schweizerhaus auf dem Weg Nachhause war, vergewaltigt haben soll.

Die 45-Jährige befand sich nach einem ausgedehnten Besuch im Schweizerhaus, wo sie mit Arbeitskolleginnen gefeiert hatte, auf dem Nachhauseweg. Der 22-Jährige nutzte laut Anklage ihren alkoholisierten Zustand aus. Die dreijährige Freiheitsstrafe ist nicht rechtskräftig. Der 22-Jährige erbat Bedenkzeit. Der Staatsanwalt gab zum Urteil vorerst keine Erklärung ab.

Gerichtspsychiaterin Sigrun Rossmanith bezeichnete den Angeklagten – einen afghanischen Asylwerber, der 2011 nach Österreich gekommen war und nach einem abgelehnten Asylbescheid im Sommer 2014 subsidiären Schutz erhalten hatte – als “Gelegenheitstäter”. Die alkoholbedingt angeschlagene Frau hatte im Prater die Orientierung verloren und war bereits zwei Mal zu Sturz gekommen, ehe sie dem 22-Jährigen begegnete. Ihr Sohn machte sich zu diesem Zeitpunkt längst Sorgen, weil sie trotz vorgerückter Stunde noch immer nicht heimgekommen war. Er rief daher die 45-Jährige an, die just in diesem Moment auf den Angeklagten traf.

Frau zu Boden gedrückt: “Es war freiwillig”

Der Sohn forderte die Mutter auf, dem Fremden ihr Handy zu überlassen, damit er mit diesem reden könne. Dann ersuchte er diesen, ihr ein Taxi zu rufen oder sie Richtung Praterstern zu begleiten. Der Angeklagte beruhigte den besorgten Burschen und versprach, er werde sich um die Frau kümmern.

Unmittelbar nach dem Telefonat drückte der 22-Jährige die Frau zu Boden und vollzog an ihr den Geschlechtsverkehr. “Sie wagte es nicht, sich zu wehren”, stellte der Staatsanwalt dazu fest. Der Angeklagte behauptete demgegenüber: “Ich wollte ihr helfen. Es ist zu einem Geschlechtsverkehr gekommen. Es war freiwillig.” Der Frau habe es “gut gefallen”, bemerkte er obendrein.

Nach Vergewaltigung Geldbörse gestohlen

Der Schöffensenat (Vorsitz: Eva Brandstetter) schenkte demgegenüber der Darstellung der Frau Glauben, die kontradiktorisch vernommen wurde und dabei versicherte, es habe sich um das Gegenteil von einvernehmlichem Sex gehandelt. Besonders perfide: Nachdem sich der Täter befriedigt hatte, stahl er der 45-Jährigen aus ihrer Handtasche auch noch die Börse mit 30 Euro. Dann ergriff er die Flucht.

Er konnte einige Zeit später aufgrund der DNA-Spuren, die er am Körper der Frau und ihrer Bekleidung hinterlassen hatte, ausgeforscht werden. Seine genetischen Merkmale waren in der DNA-Datenbank abgespeichert – der 22-Jährige war im Oktober 2014 nach einem Diebstahl erstmals verurteilt worden. Nach seiner Festnahme beschied er den ihn einvernehmenden Polizisten: “Es muss mich der Teufel dazu verleitet haben.”

(APA)

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