Franklin: Angst vor Deutschen

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Franklin: Angst vor Deutschen
Der amerikanische Politiker und Naturwissenschafter Benjamin Franklin hatte nach Angaben seines Biografen Angst vor einer Dominanz deutscher Einwanderer in Amerika.

„Er befürchtete, die große Zahl Deutscher würde die britische Mehrheit, insbesondere in seiner Heimat Pennsylvania, unterminieren“, sagte der Yale-Professor Edmund Morgan in einem dpa-Gespräch. „Er hätte es sehr viel lieber gesehen, wenn alle Einwanderer von den britischen Inseln gekommen wären“, erklärte Morgan. Offenbar habe er Angst gehabt, „die Deutschen würden weder die englische Sprache noch die dortigen Lebensgewohnheiten übernehmen und stattdessen der Region ihre Tradition aufdrücken“.

Mitte des 18. Jahrhunderts schrieb Franklin nach Morgans Angaben: „Warum sollten wir es dulden, dass pfälzische Bauern in unsere Siedlungen ausschwärmen und ihre Sprache und ihre Sitten unter Ausschluss der unsrigen einführen? Warum sollte Pennsylvania, das von Engländern gegründet wurde, eine Kolonie von Fremden werden, die sehr bald so zahlreich sein werden, dass sie uns germanisieren statt dass wir sie anglisieren?“ Morgan betont jedoch, dass Franklin sich später von seiner Haltung distanzierte und oft mit deutschen Einwanderern zusammenarbeitete.

Franklin habe die meiste Zeit von einem englischen Weltreich geträumt mit „amerikanischen Engländern“ als gleichberechtigte Partner. Als damals fortschrittlichstes Land hätte so das Empire andere Regionen der Welt befruchten können. „Erst als England den Einwohnern der Kolonien, bei gleichen Pflichten, die gleichen Rechte verweigerte, sei er glühender Befürworter der Unabhängigkeit geworden“, sagte Morgan.

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