FPÖ warnt vor Wohnbauprojekt “Neu Leopoldau”: Kontaminierungsgefahr

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Die FPÖ warnt vor dem Wohnen auf dem früheren Gaswerkareal in Wien-Floridsdorf.
Die FPÖ warnt vor dem Wohnen auf dem früheren Gaswerkareal in Wien-Floridsdorf. - © pixabay.com
1.400 Wohnungen sollen auf dem früheren Gaswerkareal in der Leopoldau in Wien-Floridsdorf entstehen. Die FPÖ schlägt nun ob des Projekts “Neu Leopoldau” Alarm.

Denn die Altlasten im Erdreich könnten eine Gefahr für die künftigen Bewohner werden, warnte FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus am Montag. Die Stadt widerspricht: Das Gebiet sei sicher, es bestehe kein Grund zur Sorge.

1.400 neue Wohnungen in der Leopoldau geplant

Der Standort für die 1.400 geplanten Wohnungen war jahrzehntelang tatsächlich Industriegebiet. Zwischen 1911 und 1969 wurde auf dem 42 Hektar großen Grund Stadtgas aus Kohle hergestellt. Dieser Umstand bereitet den Blauen nun Sorgen. “Der damalige sorglose Umgang mit Chemikalien und schwere Schäden durch Bombenangriffe am Ende des Zweiten Weltkriegs verursachten schwere Kontaminierungen”, betonte Gudenus in einer Pressekonferenz: “Wir wollen nicht, dass Menschen auf einer Sondermüllhalde angesiedelt werden. Das ist verantwortungslos.”

SPÖ-Mandatar Erich Valentin, roter Umweltausschussvorsitzender, geißelte per Aussendung die “ungeheuerliche Angst- und Panikmache der übelsten Art”, die außerdem “nachweislich falsch” sei. Es sei schon richtig, dass es damals zu Verunreinigungen des Untergrunds gekommen sei – allerdings: “Die Fläche wurde aber äußerst aufwendig untersucht und ist heute gesichert – das bestätigt das Umweltbundesamt. Die Fläche ist im Altlastenkataster als gesichert ausgewiesen”, so Valentin.

FPÖ warnt vor giftigen Stoffen

Das stritt die FPÖ in ihrer Pressekonferenz auch nicht ab. Den Blauen sind diese Sicherungsmaßnahmen aber zu wenig. Denn es sei nicht ausgeschlossen, dass – etwa durch einen Wasserrohrbruch – nicht trotzdem giftige bzw. krebserregende Stoffe an die Oberfläche kämen. Insofern gehöre das Areal nicht nur gesichert, sondern saniert. Wobei allein für die Sanierung des Kerngebiets (sieben Hektar) 170 Millionen Euro anfallen würden, errechnete der Floridsdorfer FPÖ-Mandatar Michael Niegl. Nachdem die Gesamtkosten des Projekts mit 120 Millionen Euro veranschlagt sind, sei auch klar, warum die Stadt hier keine Bereitschaft zeige.

Die Blauen haben diesbezüglich nun den Stadtrechnungshof angerufen. Sie fordern außerdem einen Stopp des Vorhabens, bis eine Sanierung durchgeführt wird. Sollte eine solche nicht finanzierbar oder technisch nicht machbar sein, müsse “Neu Leopoldau” abgeblasen werden.

Valentin führte indes an, dass das Gebiet durch Abdichtungsmaßnahmen, einer Wasseraufbereitungsanlage und Versickerungsbrunnen gesichert sei. Außerdem seien 70.000 Tonnen Erdreich ausgetauscht worden. Die Fläche werde laufend überprüft. Altlastengesicherte Grundstücke seien keine Besonderheit in der Stadt, verwies der rote Abgeordnete etwa auf den Donaupark oder den Wienerberg.

Für Anrainer “absolut kein Grund zur Sorge”

Die stadteigene Wiener Standortentwicklung GmbH (WSE), die für die Umsetzung des Projekts verantwortlich ist, wies in einer Aussendung die Kritik der FPÖ ebenso zurück. Es bestehe für Anrainer “absolut kein Grund zur Sorge”. “Selbstverständlich wird bei den noch heuer beginnenden Bauarbeiten durch den Einsatz einer chemischen Bauaufsicht sichergestellt, dass sämtliche Risiken für jetzige und künftige Anrainer und für die Umwelt ausgeschlossen werden”, beruhigte man. Durch Bautätigkeiten im Umfeld des eigentlichen Wohngebiets, das nur 13,5 der 42 Hektar einnimmt, werde es ebenfalls zu einem Bodenaustausch kommen. Somit könne davon ausgegangen werden, dass am Ende “die gesamte Oberfläche im Gebiet neu hergestellt und ausgetauscht” worden sein wird.

(APA/red)

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