Fortsetzung der Israel-Debatte über Mail- Wechsel zwischen Steger und Wrabetz

Es wird weiter heftig darüber diskutiert, was in Israel geschah.
Es wird weiter heftig darüber diskutiert, was in Israel geschah. - © APA (Sujet)
Die Debatte um einen schon länger zurückliegenden Israel-Besuch von FPÖ-Kandidat Norbert Hofer könnte indirekt sogar Einfluss auf die Wahl zum Generaldirektor des öffentlich-rechtlichen Senders haben. Der freiheitliche Stiftungsrat Norbert Steger drohte Sender-Chef Alexander Wrabetz nach der ORF-Berichterstattung, ihm künftig die Unterstützung zu untersagen.

Hintergrund der Diskussion ist eine Israel-Reise Hofers im Jahr 2014 und die Darstellung eines dort von ihm erlebten Vorfalls. Konkret behauptete er, Zeuge eines Terror-Anschlags gewesen zu sein, bei dem eine bewaffnete Frau getötet worden sei.

Strache postet Steger-Mail an Wrabetz

Der ORF setzt darauf zur Recherche an und ließ im Rahmen des TV-Duells der Kandidaten für die Präsidentenwahl in einem Beitrag einen israelischen Polizeisprecher auftreten, der erklärte, solch einen Vorfall habe es an besagtem Tag nicht gegeben. Wenig später stellte sich freilich heraus, dass doch bei einer Schießerei mit Sicherheitsbehörden eine Frau getroffen worden sei. Allerdings war die jüdische Israelin, die laut Medien-Berichten Mitglied einer radikalen Sekte ist, nicht bewaffnet und hat auch leicht verletzt überlebt.

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache postete nun am Samstag ein bereits gestern verfasstes Mail des freiheitlichen Stiftungsrats Steger an Wrabetz, in dem er sich darüber aufregt, dass der ORF versucht habe, eine wahre Behauptung des FPÖ Kandidaten als Lüge darzustellen. Es sei nicht Aufgabe einer Journalistin, sich als moralische Instanz aufzuspielen – “so wie es nicht Aufgabe des ORF ist, irgendeinen Polizisten vor Ort über den Ablauf vor rund 2 Jahren in Israel zu interviewen”.

“Üble Manipulation” oder “dramatischer Vorfall”?

Noch nie in seinem ganzen Leben habe er “eine so üble Manipulation” erlebt, schreibt Steger. Wrabetz fordert er auf, sich bis Freitag 15 Uhr zu äußern: “Sollte diese Stellungnahme gar nicht oder nicht zufriedenstellend erfolgen, kann ich Sie – mit ehrlichem Bedauern – nicht mehr unterstützen.” Steger hatte 2011 gegen die Parteilinie der Freiheitlichen für Wrabetz gestimmt und hätte deshalb fast seinen Platz im Stiftungsrat verloren.

Der Zeitpunkt von Wrabetz’ Antwort, die ebenfalls von Strache gepostet wurde, ist nicht überliefert. Er weist jedenfalls zurück, dass der ORF versucht habe, Hofer eine Lüge zu unterstellen. Allerdings sei durch die Frage von Moderatorin Ingrid Thurnher der Eindruck entstanden, der FPÖ-Kandidat habe auf ein Ereignis Bezug genommen, das gar nicht stattgefunden habe. Die zwischenzeitlichen Recherchen hätten jedoch klar ergeben, dass es einen “dramatischen Vorfall” gegeben habe, der einen “nachhaltigen Eindruck” bei Hofer hinterlassen habe.

Er bedaure, dass Thurnhers Fragestellung kein vollständiges Recherche-Ergebnis zu Grunde gelegen sei, schreibt Wrabetz und sichert zu, dass die ausrecherchierte Gesamtsicht Gegenstand der Berichterstattung der “Zeit im Bild” sein werde. Tatsächlich wurde gestern Abend ein entsprechender Beitrag gesendet.

>> FPÖ empört

(apa/Red)

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