Foreigner stellten in Wien CD vor

Foreigner stellten in Wien CD vor
Die britisch-amerikanische Band Foreigner hat am Dienstag in Wien ihr neues Album “Can’t Slow Down” präsentiert – mit einem akustischen Auftritt am Pool im Rahmen eines Clubbings.

Das letzte verbliebene Gründungsmitglied, Gitarrist Mick Jones, kann auf zahlreiche Hits wie “Cold As Ice” oder “I Want To Know What Love Is” zurückblicken. “Immer wenn ich Gänsehaut bekomme, weiß ich, dass wir an einem besonderen Song arbeiten”, berichtete Jones im Gespräch mit der APA von seinem persönlichen Erfolgsindikator.

Bei den Aufnahmen zu “Can’t Slow Down” sei ihm mehrmals die Gänsehaut gekommen, betonte der 65-Jährige. “Man hat da so ein Gefühl. Diesem Gefühl habe ich immer vertraut. Aber es ist natürlich nicht leicht, als alteingesessene Gruppe zeitgenössisch zu klingen, aber gleichzeitig die Identität zu bewahren. Wir sind ja kein junger Act, wir haben eine Geschichte.” Und dann grinste der Musiker über das ganze Gesicht und scherzte: “Nach Fertigstellung der Platte habe ich sie mir in Ruhe angehört und gedacht: Hey, die ist vielleicht besser als die letzte von Paul McCartney.”

Foreigner hatten sich einen schönen Tag in Wien gemacht und u.a. Schönbrunn einen Besuch abgestattet. Am Abend stand ein Pressetermin in einem Innenstadt-Club am Programm, der mit seinem geschniegelten Interieur überhaupt nicht Rock ‘n’ Roll-Feeling verbreitet. Dafür wurde das erste eintreffende Bandmitglied herzlich vom Chef begrüßt: “Mick Jones, es ist eine Ehre, Sie heute hier zu haben.” Bei dem Angesprochenen handelte es sich allerdings um Sänger Kelly Hansen, der vor etwa sieben Jahren Ur-Frontman Lou Gramm ersetzt hat. Foreigner nahmen alles gelassen, wie sie überhaupt einen fröhlichen Eindruck verbreiteten.

“Ich spüre eine große Leidenschaft innerhalb der Band”, betonte Jones. “Wir haben eine neue Identität gefunden.” Das änderte nichts daran, dass die Klassiker auch mit neuem Team beim Unplugged-Set am Abend im Volksgarten “wie damals” klangen. “Es gibt nicht viele Bands aus unserer Ära, die ein Comeback schaffen”, zeigte sich Jones zufrieden. Der Londoner lebt nicht in der Vergangenheit, sondern beobachtete die aktuelle Musikszene: “Es gibt zum Glück immer noch gute neue Acts – wie MGMT oder Jack White. Solche Künstler sind es wert, gehört zu werden.”

Das waren Foreigner beim akustischen Set auch. Darum durfte man sich wundern, warum während der Darbietung lautstark getratscht wurde. Vielleicht deshalb, weil die Band vor dem Clubbing-Publikum so deplatziert wirkte wie der singende Pfarrer Franz Brei bei einem Biker-Treffen.

Die Kultband “Foreigner” unplugged in Mannheim

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