Förderung von Mehrwegprodukten

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Förderung von Mehrwegprodukten
Verzeichnis aller Wiener Geschäfte, die Mehrwegflaschen anbieten – 1.200 Getränke in virtuellen Regalen – 53.500 Tonnen Einwegmüll sollen reduziert werden – Mehrwegquote sank dramatisch.

Ein neues Leitsystem für Konsumenten, die auf der Suche nach Mehrwegflaschen sind, hat am heutigen Mittwoch die Wiener Umweltstadträtin Isabella Kossina bei einer Pressekonferenz vorgestellt. Ein Online-Einkaufsportal wurde vom Österreichischen Ökologie-Institut entwickelt und listet präzise diejenigen Wiener Geschäfte samt Produkten auf, die Mehrwegverpackungen anbieten. Zugleich forderte Kossina den Umweltminister auf, die Verpackungsverordnung in Richtung verpflichtender Pfandsysteme zu novellieren.

www.mehrwegweiser.at

Der „Mehrwegweiser“ sei zwar ein Schritt in die richtige Richtung, eine Trendwende weg von Einwegverpackungen könne hingegen nur durch eine Gesetzesänderung erfolgen, stellte die SP-Politikerin klar. Deshalb sei hier die Bundesregierung und Umweltminister Josef Pröll (V) aufgefordert.

Verzeichnis aller Geschäfte mit Mehrwegflaschen

In die Internetseite aufgenommen wurden die 1.000 Geschäfte der Hauptstadt, die ein oder mehrere Getränke in Mehrwegflaschen verkaufen, was nebst den bekannten Ketten auch kleine Greißler einschließt. Insgesamt füllen 1.200 Getränke die virtuellen Regale der Datenbank. Jedem Suchergebnis angehängt ist ein genauer Lageplan des Geschäftes inklusive öffentlicher Verkehrsanbindung. Auch ein eventueller Lieferservice des Händler ist verzeichnet.

Das Projekt ist eines von 23 Abfallvermeidungskonzepten, das die Stadt Wien mit jährlich fünf Millionen Euro fördert. Von den rund 53.500 Tonnen Einwegmüll, die jährlich in Wien anfallen, gehe ein Großteil auf das Konto der Getränkeverpackungen, so Kossina.

Mehrwegquote dramatisch gesunken

Zwischen 1994 und 2002 ist die gesamte Mehrwegquote von rund 68 auf 47 Prozent gesunken, bei Mineralwasser sogar von 96 auf 54 Prozent. „Fruchtsäfte in Pfandflaschen gibt es fast nur noch in Bio- und Reformmärkten“, bedauerte die Umweltstadträtin.

Die Konsumenten geben allerdings dem Mehrweg in Umfragen den Vorzug und einem mangelnden Angebot die Schuld an ihrem gegenläufigen Kaufverhalten.

Redaktion: Bernhard Degen

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