Foda freut sich auf Gegner Brasilien im Wiener Ernst-Happel-Stadion

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Franco Foda freut sich auf das nächste Testspiel gegen Brasilien.
Franco Foda freut sich auf das nächste Testspiel gegen Brasilien. - © APA/EXPA/JOHANN GRODER
Nach dem historischen 2:1 gegen Deutschland gönnt sich Teamchef Franco Foda, im Gegensatz zu seinen Spielern, einen freien Nachmittag. Die Vorbereitungen auf das nächste Testspiel gegen Brasilien, am Sonntag um 16:00 Uhr in Wien, beginnen schon am Montag.

“Wir freuen uns auf Wien, da kommen noch einmal ein paar Zuschauer mehr”, sagte Foda. “Dann wird die Mannschaft noch einmal alles raushauen und an die Grenze gehen, damit wir vielleicht wieder die Sensation schaffen.” Schon gegen die Deutschen hätte sein Team “Außergewöhnliches” geleistet, vor allem in der zweiten Hälfte. “So ein Spiel gibt der Mannschaft Stärke.”

Die Öffentlichkeit würde jetzt nicht mehr von Cordoba – der 3:2-Sieg bei der WM 1978 jährt sich am 21. Juni zum 40. Mal – reden, sondern vielleicht von Klagenfurt. Die historische Dimension des Erfolges und auch sein Startrekord von fünf Siegen in fünf Spielen stehe aber nicht im Mittelpunkt. “Es ist so, ich bin so”, betonte Foda. “Es macht einen schon stolz, keine Frage, aber es beschäftigt mich jetzt nicht. Der Fußball schreibt immer wieder unglaublich verrückte Geschichten.” Wichtig sei es im September. “Da geht es um etwas in der Nations League.”

ÖFB-Sieg gegen Deutschland

Der Teamchef feierte den ersten ÖFB-Sieg gegen die Deutschen seit 1986 verhalten mit einem Glas Rotwein. Schlafen würde er nach Spielen immer schlecht – “egal ob wir gewinnen oder verlieren”. Die Partien laufen im Kopf noch einmal ab. “Man hat es noch nicht ganz realisiert, dass man Deutschland geschlagen hat.” Glückwünsche aus der Heimat gab es zuhauf. “Ich habe viele positive Nachrichten aus Deutschland bekommen, dass der Sieg auch verdient war. Das zeugt von Respekt.”

Tatsächlich war sein Team nach 0:1-Rückstand gegen den Weltmeister zurückgekommen und hatte diesen mit enormem läuferischen Aufwand nach der Pause arg unter Druck gesetzt. Da gestaltete sich selbst die Fehlersuche schwierig. In den ersten 20-25 Spielminuten sei man in der Vorwärtsbewegung zu wenig mutig gewesen, meinte Foda. Schon in den vergangenen Tests gegen Slowenien (3:0) und Russland (1:0) war er mit der Anfangsphase nicht zufrieden gewesen. Foda: “Wir müssen dahin kommen, dass wir nicht irgendwo einen Dosenöffner brauchen.”

Der 52-Jährige hatte nur drei Änderungen in der Startformation vorgenommen. Langsam kristallisiert sich so etwas wie ein Stamm in seiner Mannschaft heraus. Überbewerten wollte Foda die Situation nicht. “Es ist klar, du hast einen Stamm von fünf, sechs Spielern im Kopf. Aber dann ist alles offen. Dann geht es darum, wer ist in diesem Moment in der besten Verfassung. Es hängt davon ab, was ich für eine Idee habe, welches System wir spielen wollen, wie wir dem Gegner wehtun können. Da spielen mehrere Faktoren eine Rolle.”

Österreich:Brasilien im Wiener Ernst-Happel-Stadion

Gegen die Deutschen hätte Foda laut eigenen Angaben in der Abwehr auch gerne Kevin Danso oder Kevin Wimmer ausprobiert. Dass er davon absah, begründete er auch mit der kurzen Vorbereitungszeit nach dem Russland-Spiel am Mittwoch. Seinen Plan, früher und mehr zu wechseln, machte die Gala in der zweiten Hälfte obsolet. “Ich wollte diesen Flow nicht unterbrechen.”

Spieler, die gespielt und ihre Leistung gebracht hätten, hätten immer einen kleinen Vorteil. Bis September sei aber wieder viel Zeit. “Da müssen wir wieder schauen, wie ist jeder Spieler aktuell in Form.” Das erste Pflichtspiel unter seiner Führung steht am 11. September in der Nations League in Bosnien auf dem Programm. Fodas wichtigste Botschaft des historischen Abends in Klagenfurt: “Wenn man immer an sich glaubt, kann man alles erreichen.”

Das gilt auch für einen Sieg gegen Brasilien, der den Österreichern bisher noch nie gelungen ist. Foda will am Montag damit beginnen, den Rekordweltmeister “auseinanderzunehmen”. Seine Akteure genießen unterdessen die freien Tage. “Drum sage ich meinen Spielern immer, sie sollen so lange spielen wie möglich. Das ist der beste Beruf”, erklärte Foda mit einem Augenzwinkern. Für die Spieler sei es aber auch wichtig, nach einer langen Saison einmal drei Tage abzuschalten.

APA/red

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