Foda auch vor Brasilien-Test optimistisch

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Für Foda ist träumen erlaubt
Für Foda ist träumen erlaubt - © APA
Österreichs Fußball-Teamchef Franco Foda hat am Tag vor dem Länderspiel-Highlight am Sonntag (16.00 Uhr/live ORF eins) in Wien gegen Brasilien Optimismus versprüht. Fünf Siege hat das ÖFB-Team in fünf Spielen seiner Amtszeit bisher eingefahren, darunter das viel beachtete 2:1 vergangene Woche gegen Deutschland. Die Favoritenrolle sieht der Deutsche dennoch ganz klar beim Rekordweltmeister.

“Generell sind wir mal der Außenseiter gegen Brasilien. Darüber sollte man nicht zu lange diskutieren”, betonte Foda in seiner Abschlusspressekonferenz. “Brasilien hat extreme Qualität. Aber ich weiß, dass wir in der Lage sind, Tormöglichkeiten zu kreieren.” Der erste Sieg gegen Deutschland seit 1986 hat Auftrieb gegeben. Foda: “Man muss ja immer optimistisch sein, man muss ja träumen. Wenn du das nicht hast, kannst du keine Erfolge feiern.”

Brasiliens Starensemble absolviert in Wien seine WM-Generalprobe. Wichtig sei es, in der Defensive kompakt zu stehen und die Klasse der Einzelspieler in den Griff zu bekommen, meinte Foda. “Aber darüber hinaus wollen wir nach vorne unser eigenes Spiel entwickeln.” Die Brasilianer versuchen häufig früh anzupressen. “Da müssen wir auch Lösungen haben in der Spieleröffnung.”

Mit welcher Formation das gelingen soll, steht noch nicht endgültig fest. Foda überlegt in der Abwehr zwischen seiner zuletzt praktizierten Dreier- und einer Viererkette. “Wir haben beide Optionen”, erklärte der 52-Jährige. Die Tendenz scheint in Richtung drei Innenverteidigern zu gehen – einerseits dürften sich die Spieler in diesem System wohlfühlen, andererseits könnten damit allzu viele Eins-gegen-Eins-Situationen der Brasilianer auf dem Flügel vermieden werden.

Ins Tor könnte Heinz Lindner statt Jörg Siebenhandl zurückkehren. Foda hat sich laut eigenen Angaben bereits entschieden, will seine Wahl aber nicht als Hinweis auf seine künftige Nummer eins verstanden wissen. Stürmer Marko Arnautovic steht trotz seiner Absplitterung in der rechten Mittelhand zur Verfügung. “Es ist eine kleine Verletzung. Er ist 100-prozentig einsatzfähig”, versicherte Foda. Auch im Training sei der Offensivstar wie gewohnt aufgetreten.

Viele personelle Änderungen in der Startelf sind dadurch nicht zu erwarten. “Die Spieler, die gegen Deutschland gespielt haben, haben es sich alle verdient auch gegen Brasilien zu spielen”, meinte Foda. “Es ist trotzdem möglich, dass ich noch einmal etwas ausprobieren möchte in Richtung Nations League.” Das Ausmaß der Umstellungen werde auch davon abhängen, ob er sich für eine Dreier- oder Viererkette entscheide.

Zu sehr will Foda die Spielanlage auch von einem absoluten Topgegner nicht abhängig machen. “Meine Philosophie ist immer, zu 90 Prozent auf die eigenen Ideen zu schauen”, betonte der frühere Sturm-Graz-Coach. “Aber klar, wenn du gegen Brasilien spielst, musst du gewisse Dinge berücksichtigen.” Einzelne Spielzüge und Auffälligkeiten im Spiel der Brasilianer wurden in den vergangenen Tagen herausgearbeitet.

Das ÖFB-Team hatte sich vor mehr als zwei Wochen in Tirol zur Vorbereitung auf WM-Gastgeber Russland (1:0) getroffen und war mit dreitägiger Unterbrechung seither durchgehend zusammen. “Unabhängig vom Ergebnis (gegen Brasilien) habe ich viele gute Entwicklungen gesehen. Ich bin wieder ein Stück schlauer als im März”, stellte Foda fest. Die Spieler seien auch nach einer langen Saison sehr konzentriert bei der Sache gewesen, dazu gab es im 26-Mann-Kader nicht einen verletzungsbedingten Ausfall. Foda: “Es ist eigentlich unglaublich, alle Spieler sind fit.”

Dadurch werden einige Kaderspieler in keinem der drei Tests zum Einsatz gekommen sein. Foda lobte aber auch die Reservisten. “Auch die, die nicht gespielt haben, haben Anteil am Erfolg, weil das Trainingsniveau extrem hoch ist, weil sie die anderen fordern. Das ist für den Gesamterfolg extrem wichtig.” Dieser soll anhalten. Foda: “Wir befinden uns auf einem sehr, sehr guten Weg. Wir wissen aber, der Fußball lebt nie in der Vergangenheit. Morgen müssen wir uns neu beweisen. Wir wollen uns auch stellen.”

(APA)

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