Flugunfall in Zell am See: Ein Toter und Vorwürfe gegen Flugplatz

Ein Flugunfall im Juni 2016 in Zell am See (Pinzgau) mit einem Toten und drei Schwerverletzten soll einem Bericht des “Kurier” (Samstag-Ausgabe) zufolge u.a. darauf zurückzuführen sein, dass die falsche Startbahn geöffnet worden sei. Der unerfahrene Pilot habe mit dem Wind starten müssen. Dies habe neben seiner Entscheidung, den Vorgang nicht abzubrechen, zu dem Unglück geführt.

Laut dem Artikel hatte der 39-jährige tschechische Pilot erst zehn Tage vorher seine Lizenz erhalten und lediglich acht Flugstunden auf der in Tschechien registrierten Piper-Maschine absolviert, als er im Juni des Vorjahres vom Flughafen Zell am See in Salzburg Richtung Benesov (Tschechien) startete. Das Flugzeug schoss über die Rollbahn und streifte einen Stacheldraht. Vier Personen – der Pilot, der slowakische Kopilot und zwei Tschechinnen im Alter von 24 und 26 Jahren – wurden teils schwer verletzt in Spitäler gebracht. Der 49-jährige Co-Pilot starb wenige Wochen später im Krankenhaus wie der “Kurier” nun berichtete.

Laut dem Zeitungsbericht habe der Flugplatz die falsche Startbahn geöffnet. Der Pilot habe mit dem Wind starten müssen, dafür sei die Piste aber um 90 Meter zu kurz gewesen. “Ein sicherer Start des Luftfahrzeuges von der Piste 08 war unter den gegebenen Wetterbedingungen sowie der vorhandenen Abflugmasse nicht gegeben”, zitierte die Zeitung aus dem 26-seitigen Abschlussbericht des Verkehrsministeriums. Als wahrscheinliche Absturzursache wird demnach ein “eingeleiteter Start bei Rückenwind” genannt. Das “Nicht-Entscheiden eines Startabbruchs” sei ebenso Mitauslöser gewesen wie der “Betrieb der Piste 08 bei vorherrschendem Wind aus ca. 260 Grad”.

Der Flugplatz Zell am See wollte auf APA-Anfrage am Samstag dazu vorerst keine Stellungnahme abgeben.

(APA)

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