Flüchtlingskrise: Wien stellt weitere Notschlafplätze bereit

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Flüchtlinge - Wien hat derzeit Notschlafplätze für 3.000 Menschen
Flüchtlinge - Wien hat derzeit Notschlafplätze für 3.000 Menschen - © AP/APA/EPA
Wien ist gerüstet: Bei Bedarf können  in der Nacht von Freitag auf Samstag 3.000 Flüchtlinge in Notschlafstellen untergebracht werden. Auch die Pfarren wollen sich beteiligen.

Große Unterkünfte gibt es etwa in dem Gebäude der Bundesimmobiliengesellschaft nahe der Urania, in der Stadthalle sowie im “blauen Haus” der ÖBB, wie ein Sprecher des Fonds Soziales Wien der APA am Freitag mitteilte. Die Plätze der Wiener Pfarren sind hier nicht inbegriffen.

Platz für Flüchtlinge in Wien

In dem BIG-Gebäude können bis zu 1.500 Flüchtlinge die Nacht verbringen, das “blaue Haus” nahe dem Westbahnhof bietet grundsätzlich 500 Menschen Platz. In der Stadthalle übernachteten von Donnerstag auf Freitag etwa 300 Menschen. Zusätzlich gibt es noch drei Quartiere, die zusammen mit der Caritas bzw. dem Arbeiter-Samariter-Bund betrieben werden, sowie ein Quartier in einem leer stehenden Bürohaus in Döbling, das 200 Menschen beherbergen kann. Damit komme man insgesamt auf derzeit 3.000 Notschlafplätze. Zwei weitere Unterbringungsmöglichkeiten werden momentan geprüft.

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Gebäude nicht unter Verwaltung der Uni

Bei dem Gebäude nahe der Urania, das seit gestern für Flüchtlinge bereit steht, handelt es sich um eine Liegenschaft der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) und nicht der Universität für Angewandte Kunst. Vielmehr ist geplant, dass dort im Sommer 2016 mit dem Bau der Adaptierung für die Angewandte begonnen wird, präzisierte ein BIG-Sprecher gegenüber der APA. Mietvertragsbeginn ist Juli 2018. Insgesamt können in dem Haus bis zu 1.500 Schlafplätze eingerichtet werden, die Betreuung wird vom Roten Kreuz und dem Arbeiter-Samariter-Bund übernommen.

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Pfarren wollen auch Notquartiere bereitstellen

Nach Stadt und Hilfsorganisationen wollen sich nun auch die Wiener Pfarren für die Schaffung von Flüchtlingsnotstellen engagieren. Bereits 18 Pfarren hätten verbindliche Zusagen gemacht, kurzfristig bis zu 600 Flüchtlingen ein Nachtquartier in Pfarrsälen oder anderen Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen, teilte Rainald Tippow, Flüchtlingskoordinator der Erzdiözese, am Freitagnachmittag mit.

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“Falls die Weiterleitung von Flüchtlingen in Zügen und die Unterbringung im Umkreis der Wiener Bahnhöfe nicht mehr ausreicht, können unsere Pfarren einspringen”, betonte Tippow via Aussendung. Er erwarte, dass sich noch mehr Pfarren melden werden. Bereits am gestrigen Donnerstag hatte die Caritas informiert, dass die Pfarre Neufünfhaus – als erste in Wien – für rund 100 Menschen ihr Pfarrheim geöffnet habe.

>> Flüchtlingskrise: Regierung stellt mehr Geld bereit

(APA/ Bilder: AP/EPA/APA)

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