Flüchtlingskrise: 12.400 Ankömmlinge in Nordeuropa in zwei Wochen

Flüchtlinge - 12.400 Ankömmlinge in Nordeuropa in zwei Wochen
Flüchtlinge - 12.400 Ankömmlinge in Nordeuropa in zwei Wochen - © APA
Ungefähr 12.400 Flüchtlinge sind in den letzten 15 Tagen in Nordeuropa angekommen. Die Menschen zieht es über Ungarn und Österreich nach Deutschland weiter in den Norden.

Mindestens 12.400 Flüchtlinge sind in den vergangenen 15 Tagen via Deutschland in Dänemark angekommen. Diese Zahl veröffentlichte die dänische Polizei am Montagabend. Nur rund jeder Zehnte davon suchte in Dänemark um Asyl an, der Rest reiste teils zu Fuß, teils mit Bussen und Eisenbahn nach Schweden, Norwegen und Finnland weiter. Der größte Teil dürfte mittlerweile in Finnland sein.

Genaue Zahlen liegen noch nicht vor

Laut Schätzungen des Dänischen Roten Kreuzes betrug die Zahl der Asylanträge in der vergangenen Woche in etwa 600. Genaue Zahlen liegen bisher nicht vor. Die schwedische Einwanderungsbehörde bezifferte die Menge der vergangene Woche eingegangenen Asylanträge mit 6.400. Als zeitgleich entsprechende Zahlen aus Finnland und Norwegen wurden von den jeweiligen Behörden 2.800 (Finnland) und 1.240 (Norwegen) genannt.

Finnland erwies sich nach Vermutung von Flüchtlingsexperten vor allem deshalb als überraschend beliebtes Zielland, weil vor allem Iraker dort größere Chancen haben, als Flüchtlinge anerkannt zu werden. In Helsinki schätzt man die Sicherheitslage in weiten Teilen des Irak als ungenügend ein, während Schweden das umgekehrt sieht.

Flüchtlingsansturm in den Norden Europas

Erfahrungen mit Flüchtlingen aus mehreren europäischen Ländern aus der letzten Zeit haben gezeigt, dass viele Flüchtlinge über Internet und Smartphones sehr gut über die genauen Voraussetzungen im Asylverfahren der jeweiligen Länder in Europa Bescheid wissen.

Im Baltikum spekuliert man indes über eine mögliche zweite Einreiseroute via Polen nach Nordeuropa sowie über ein teilweises “Überschwappen” der Flüchtlingsbewegung auch aus Finnland her. Die lettische Regierung steht derzeit vor einer neuen Zerreißprobe, weil Teile der Regierung und die Polizei für die Wiedereinführung von Grenzkontrollen zu den beiden EU-Nachbarn Estland und Litauen eintritt. Ministerpräsidentin Laimdota Straujuma wies derlei Überlegungen am Montag jedoch zurück und bezeichnete die Aufhebung der freien Schengengrenzen in Lettland als “nicht aktuell”.

>> Verfolgen Sie die aktuellen Geschehnisse zur Flüchtlingskrise im Liveticker

(APA)

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