Flüchtlinge: Schlepperaktivitäten in Ostösterreich nahmen zu

Im April wurde eine Steigerung der Schlepperaktivität vermerkt.
Im April wurde eine Steigerung der Schlepperaktivität vermerkt. - © APA (Sujet)
Im Osten Österreichs gab es im April ein Anstieg der Zahl von geschleppten Flüchtlingen. Allein im Burgenland waren es in der Nacht auf Freitag 43 Personen, die illegal nach Österreich gebracht wurden. Am Donnerstag nahm man dort acht Schlepper fest und am Montag wurden in Oberösterreich 27 Flüchtlinge in einem Fahrzeug entdeckt. Auch in Niederösterreich gab es eine Zunahme.

Es seien wieder verstärkt Aktivitäten von Schleppern zu bemerken, sagte Markus Haindl von der Landespolizeidirektion NÖ am Freitag auf APA-Anfrage. In den vergangenen 14 Tagen habe es mehrere Aufgriffe von Flüchtlingen an der Ostautobahn (A4) zwischen Bruck a.d. Leitha und Schwechat gegeben. Es habe sich vorwiegend um Afghanen und Syrer gehandelt.

Steigerung der Schlepperaktivität im April

Die Größe der Gruppen bezifferte Haindl mit jeweils acht bis zehn Personen. Die Flüchtlinge seien vermutlich mit Lkw und Kleintransportern aus Ungarn nach Österreich gebracht worden. Ausweichrouten, etwa über die Slowakei, seien nicht erkennbar. Die Schließung der Balkan-Route habe Auswirkung auf Schlepper-Bewegungen, konstatierte Haindl. Schlepper seien nicht festgenommen worden.

Die oberösterreichische Polizei hat vorerst im April über vier Aufgriffe von insgesamt 44 geschleppten Personen berichtet. Zum Teil wurden hier auch ihre Schlepper gefasst. In den Monaten davor gab es kaum derartige Meldungen. Die Flüchtlinge waren jeweils in Fahrzeugen aus Ungarn nach Österreich transportiert worden. Das Ziel sollte jeweils Deutschland sein. Doch hat die Polizei die Menschen vor der Grenze zu Bayern entweder in den Fahrzeugen entdeckt oder auf der Straße aufgegriffen, nachdem sie von den Schleppern ausgesetzt worden waren.

Im Burgenland sei bei den Fällen von Schlepperei seit Jahresbeginn ein leichter Anstieg zu verzeichnen, hieß es von der Landespolizeidirektion Burgenland auf APA-Anfrage. Wurden im Februar sechs Verdächtige erwischt, waren es im März bereits zwölf, so Polizeisprecher Gerald Koller. In der Nacht auf Donnerstag klickten für acht mutmaßliche Schlepper im Burgenland die Handschellen.

Flüchtlinge: Zunahme der Schleuser in Ostösterreich

“Seitens der Polizei im Burgenland wird natürlich das Ganze beobachtet, sowohl national als auch international”, sagte Koller. Auf den Anstieg werde reagiert, indem zusätzlich zu Grenzkontrollen auch Schwerpunktaktionen durchgeführt werden. Die Geschleppten würden teilweise mit Klein-Lkw nach Österreich gebracht. Manche Schlepper ließen ihre Mitfahrer auch auf ungarischer Seite aussteigen.

In Salzburg war hingegen noch kein Anstieg oder Trend bei der Schlepperei erkennbar, sagte Polizeisprecher Michael Rausch zur APA. “Es gibt vereinzelt Aufgriffe, diese haben aber nicht die Dimension wie Montagnacht in Oberösterreich.” Auch bei der deutschen Bundespolizei sprach man von einem aktuell gleichbleibenden Niveau. “Wir greifen derzeit im Schnitt ein bis zwei mutmaßliche Schleuser pro Tag auf”, sagte ein Sprecher. Das entspreche in etwa auch den Zahlen der vergangenen Monate.

In Kärnten hat es in den vergangenen Wochen trotz Grenzkontrollen und Militäreinsatzes nur zwei Aufgriffe von Schleppern gegeben. “Wir haben keinen Anstieg bei der Schlepperei verzeichnet”, sagte Gottlieb Türk, Leiter des Landeskriminalamts Kärnten, auf APA-Anfrage. “Es gibt aber Erkenntnisse, die darauf hinauslaufen, dass mit massiver Zunahme in nächster Zeit zu rechnen ist.” Das ergebe sich aus Aussagen von Betroffenen und sei überdies eine “logische Folge der aktuellen Entwicklungen”. Welche Entwicklungen er genau meine, wollte Türk auf Nachfrage nicht präzisieren.

Illegale Migration entlang der Hauptverkehrsrouten

Die Linien illegaler Migration verlaufen in der Steiermark nach wie vor an den Hauptverkehrsrouten, wie seitens der steirischen Polizei auf APA-Anfrage hieß. Die Brennpunkte seien dabei der Autobahnübergang (A9) als auch die Bundesstraßengrenze (B69) zu Slowenien in Spielfeld. Übertrittsversuche gebe es auch an der Grünen Grenze, die vom Bundesheer überwacht werden, aber diese seien “minimalst”.

“Der berühmte Kastenwagen kommt immer vor, aber wir kontrollieren alle Typen von Fahrzeugen”, sagte Polizeisprecher Leo Josefus. Es sei ein Menschenschmuggel durch Schlepper in allen Fahrzeugen möglich, in die eine Person hineinpasse. Zusätzlich neben den Straßengrenzübergängen gebe es auch die Kontrollen im Hinterland bei verdächtigen Fahrzeugen, etwa auf Raststationen.

In Vorarlberg ist nach Angaben von Sicherheitslandesrat Erich Schwärzler (ÖVP) kein “grundsätzlicher Anstieg” bei der Schlepperei feststellbar. Auch in Tirol ist das Delikt derzeit kein großes Thema.

(apa/red)

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