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Fleisch mit multiresistenten Keimen belastet

Die Grünen warnen vor multiresistenten Keimen im Fleisch.
Die Grünen warnen vor multiresistenten Keimen im Fleisch. ©Pixabay.com (Symbolbild)
Ein Test der Grünen hat gezeigt, dass auch Fleisch, das für die Gastronomie bestimmt ist, mit belasteten Keimen kontaminiert ist.

Aktuell sterben jedes Jahr 700.000 Menschen aufgrund dieser besonders widerstandsfähigen Krankheitserreger an einer Infektion. Und die Zahlen werden noch steigen, da Antibiotika vorsorglich in der Tierhaltung verwendet werden, was die Erreger immun macht. Tests von Umweltorganisationen haben deshalb bei Fleisch aus Supermärkten schon bisher resistente Keime nachgewiesen.

EU-Abgeordneter Thomas Waitz (Grüne) hat nun Fleisch unter die Lupe genommen, des für die Gastronomie bestimmt ist. Zehn Proben zweier Grazer Großhandelsunternehmen wurden gezogen, wobei das Schweine-, Hühner- und Putenfleisch aus Ungarn, Slowenien und Österreich stammte.

Fleisch mit Keimen belastet

Drei von vier Tests bei Schweinefleisch (Schopf und Faschiertes) wiesen MRSA (Methicillin-resistente Staphylokokken) auf. Die Hälfte des Geflügels war mit sogenannten ESBL-Bakterien belastet, die gegen verschiedene Antibiotika immun sind. Die multiresistenten Keime waren sowohl bei den Proben aus Ungarn als auch aus Österreich zu finden. Laut Waitz ist also das Hühnerschnitzel oder das Schweinskotelett in der Kantine, dem Wirtshaus ums Eck oder dem Schnellimbiss in vielen Fällen mit multiresistenten Keimen belastet.

131.000 Tonnen Antibiotika

Alljährlich werden 131.000 Tonnen Antibiotika bei Tieren eingesetzt, die auch auf unseren Tellern landen können. Zwar ist die Verabreichung in Europa bereits seit 2006 verboten, Importe aus Drittländern sind davon jedoch ausgeschlossen.

Um das Problem zu vermeiden, müsse man laut Waitz weg von Intensivhaltungssystemen. Tiere die auf engstem Raum zusammengepfercht sind und unter nicht artgerechten Bedingungen gemästet werden, sind viel anfälliger für Infektionen. Entsprechende Betriebe dürften nicht länger mit EU-Agrarförderungen subventioniert werden. Tiertransporte, die nicht EU-Standards entsprechen, sollten gestoppt werden, da sie ein häufiger Grund für die Verbreitung von resistenten Keimen sind. Die Verbraucher müssten, damit sie beim Kauf eine Wahl treffen können, darüber informiert werden, woher das Fleisch auf ihrem Teller stammt.

Die Grünen fordern von Gesundheitsministerin Beate Klein-Hartinger (FPÖ) und Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) u.a. einen sofortigen Stopp von Lebendtiertransporten aus den betroffenen Regionen, eine strikte Trennung von Verschreibung und Verkauf von Antibiotika in der Tierhaltung sowie eine Kennzeichnungspflicht von tierischen Lebensmitteln in der Gastronomie.

(APA/Red)

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