Fischstäbchen aus Plastik

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Fischstäbchen aus Plastik
© Gebrüder Moped
Gastbeitrag der Gebrüder Moped. Eine mehr als erschreckende Umweltprognose erreichte uns dieser Tage über eine Studie der Ellen MacArthur Foundation: Demnach gelangen jährlich 8 Mio. Tonnen Plastik in die Weltmeere. Das entspricht einer Masse von ziemlich genau 3 Mio. ins Wasser geworfenen Asiatischen Elefanten. Wenn’s noch so viele gäbe.

Alle zwei Minuten landet eine Wiener Straßenbahn im Meer

Und das würde bis zum Jahr 2050 dazu führen, dass dann genau so viel Plastik wie Fisch in den Ozeanen schwimmt. Das ist den Meerestieren gegenüber nicht nur fürchterlich unhöflich, sondern wird – auch aufgrund der Überfischung der Meere – den Bestand noch mehr dezimieren.

Aber wir Hauptstädter sind ja ohnehin bescheiden und brauchen nur ganz wenig Fisch. Denn das Alt Wiener Lieblingsrezept lautet bekanntlich: Der Fisch soll möglichst dünn sein, die Panier möglichst dick, sodass das Ganze möglichst wenig nach Fisch schmeckt. Dazu ein großer Spritzer – Fisch muss schwimmen!

Ein Hauch von Rauchgasvergiftung

Was soll man aber in Zukunft überhaupt noch guten Gewissens essen?

Bio wäre gut, geht aber nicht. Man kommt schließlich in ein Alter, wo einem jedes Konservierungsmittel recht ist. Bleibt der Trend zur “regionalen Kost”. Doch was soll das sein, wenn du zum Beispiel am Wiener Gürtel wohnst? Ein zartes Parfait vom Bremsöl an einem Hauch von Rauchgasvergiftung? Dann also vielleicht doch lieber zurück zu den guten alten Fischstäbchen. Denn selbst, wenn diese in Zukunft zu 100% aus gefischtem Plastik bestehen, werden wir den geschmacklichen Unterschied ziemlich sicher nicht merken.

Fanpost von einem Fisch

Zumindest sollten wir uns daran gewöhnen, denn hält unser momentaner sorgsamer, nachhaltiger, verantwortungsbewusster Umgang mit den Ressourcen der Erde an, wird schon bald morgens eine Fangflotte in See stechen. Es werden die Netze ausgeworfen werden. Die Fischer werden sie im Abendrot im heimatlichen Hafen wieder einholen. Nur wird darin kein Fischlein zappeln, sondern ein Brief für uns drin sein:

“Leckts mich in Orsch! Euer Dorsch.”

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