Wieviel Geld dadurch den Arbeitnehmern vorenthalten wurde, konnte Hundstorfer in Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage nicht angeben. Diese Daten werden nicht erhoben.
Der Anteil der nichtbezahlten Überstunden ist bei Frauen deutlich höher als bei Männern. Während bei Männern 2011 nur 19,65 Prozent der Mehrarbeit nicht bezahlt wurde, waren es bei Frauen 28,25 Prozent. Die Zahl der geleisteten Mehr- und Überstunden ist demnach im Jahr 2011 im Vergleich zum Vorjahr zwar um 4,1 Prozent gesunken, betrug aber immer noch 303 Millionen. Mit 217,8 Millionen wurde der größte Teil der Mehrarbeit von Männern geleistet, auf Frauen entfielen 85,3 Millionen. Bei Männern gingen die Überstunden um 0,6 Prozent, bei Frauen um 3,5 Prozent zurück.
Hundstorfer merkt an, dass der Anteil der unbezahlten Mehrarbeit in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken ist. So waren es im Jahr 2004 noch 37,6 Prozent und 2008 noch 29,3 Prozent der geleisteten Überstunden, die nicht bezahlt wurden. Die Nichtbezahlung von Überstunden bzw. die Nichtgewährung von Freizeitausgleich steht nicht unter Strafsanktion. Arbeitnehmer müssen ihre Forderungen beim Arbeitsgericht geltend machen.
“Überstunden nicht zu bezahlen grenzt an Diebstahl, denn die Firmen haben ja eine Leistung von ihren Beschäftigten bekommen”, kritisierte ÖGB-Vizepräsidentin Sabine Oberhauser. Diese Anzahl der nicht bezahlten Überstunden sei “verheerend und sollte sich dringend ändern”, kritisiert auch Frauenministerin Heinisch-Hoschek. Sie forderte die Unternehmen auf, sich an die Gesetze zu halten.