Filmproduzent Weinstein und die Frauen – Sex-Skandal in Hollywood

Der Produzent soll über Jahre hinweg Frauen belästigt haben.
Der Produzent soll über Jahre hinweg Frauen belästigt haben. - © AFP
Erneut erschüttert ein Hollywood-Skandal die Welt: Harvey Weinstein, einer der mächtigsten Filmproduzenten Hollywoods, nutzte seine Macht aus. Er soll mehrere Frauen sexuell belästigt haben, darunter prominente Schauspielerinnen.

Die Vorwürfe gegen den einflussreichen Mann existieren schon länger. Bei einer Recherche haben die “New York Times” zumindest acht Fälle gefunden. In all diesen Fällen kam es zu außergerichtlichen Einigungen.

Wie “New York Times” berichtete war auch Schauspielerin Ashley Judd (49) unter den Opfern des 65-jährigen. Bei einem vermeintlichen Geschäftstreffen vor rund zwanzig Jahren empfing er sie nur im Bademantel. Er bot ihr eine Massag an und forderte sie anschließend auf, ihm beim Duschen zuzusehen.

Insgeheim für sexuelles Fehlverhalten berüchtigt

Wieso die betroffenen Damen schwiegen ist klar. Jemandem wie Weinstein stößt man nicht vor den Kopf, dies könnte die Karriere kosten. Judd sagte in einem Interview, dass viele Frauen unter sich schon lange über Harvey gesprochen hätten und es längst an der Zeit sei, dieses Gespräch öffentlich zu führen.

 

Judd ist nicht die einzige, Weinstein ist insgeheim für sein sexuelles Fehlverhalten geradezu berüchtigt. Emily Nestor, eine seiner ehemaligen Mitarbeiterinnen, war erst einen Tag in der Firma, als sie von ihm ein sexuelles Angebot erhielt. Der Produzent soll versprochen haben ihrer Karriere bei Annahme des Angebotes auf die Sprünge zu helfen. Ein weiterer Fall: Eine seiner Assistentinnen musste ihn massieren, während er nackt war. Laut einer Ex-Mitarbeiterin war sie daraufhin total verstört und weinte.

Rund 100 000 Dollar Schlichtungssumme

Ein weiteres prominentes Opfer ist Schauspielerin Rose McGowan (44), die aus der Serie “Charmed” bekannt ist. Bei einem Treffen 1997 während eines Filmfestivals soll es zu einem Vorfall im Hotelzimmer gekommen sein. Die Schlichtungssumme belief sich in diesem Fall auf rund 100 000 Dollar (rund 85 470 Euro).

Nicht alle Betroffenen schwiegen: Nach einem Treffen mit Weinstein in dessen Büro in New York rief Ambra Battilana, eine italienische Schauspielerin, die Polizei. Sie gab an, er habe an ihre Brüste gefasst und gefragt ob sie echt seien.

 

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Aufrichtige Entschuldigung und Reue

Weinstein hat sich bereits zu den Vorwürfen geäußert und zeigt sich reumütig. Er wolle sich seinen Dämonen stellen und mit Experten arbeiten. Er nimmt sich gerade eine Auszeit.

“Ich erkenne an, dass die Art, wie ich mich Kolleginnen gegenüber in der Vergangenheit verhalten habe, viel Schmerz verursacht hat und ich entschuldige mich aufrichtig dafür. Obwohl ich versuche, es ab jetzt besser zu machen, habe ich noch einen langen Weg vor mir.“

 

(Red.)

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