Fill Schnellster im ersten Wengen-Training vor Franz

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Peter Fill ist heiß auf Wengen
Peter Fill ist heiß auf Wengen - © APA
Der Südtiroler Peter Fill hat in 1:45,55 Minuten die Bestzeit im ersten Training für die Lauberhorn-Abfahrt in Wengen aufgestellt. Nur 11/100 dahinter kam der Kärntner Max Franz an die zweite Stelle, der Schweizer Beat Feuz war Dritter (0,16). Gefahren wurde wegen der Wettervorhersagen ab dem Kombi-Start, man wollte sicherstellen, dass alle 84 Teilnehmer das Training absolvieren konnten.

Vincent Kriechmayr war Achter (0,51), Hannes Reichelt 13. (0,80), Matthias Mayer 14. (0,90) und Klaus Kröll 15. (1,05). Für Mittwoch ist ein weiteres Training geplant. Ob die Abfahrt am Samstag oder im Tausch mit dem Slalom am Sonntag gefahren wird, wird gemäß Wettervorhersagen erst Donnerstag entschieden.

Gröden-Sieger Franz durfte über seine Trainingsfahrt nicht meckern. “Es ist eh keiner böse, wenn beim ersten Training ein bissl ein Neuschnee drinnen ist, dann kann man sich alles in Ruhe anschauen. Mir ist es ganz gut geglückt, vor der Minschkante die Doppel-Links bin ich noch nicht sauber gefahren. Das Ziel-S ist schön zu fahren”, sagte der 27-Jährige.

Jene Passage in Wengen, auf der der Franzose Johan Clarey mit 161,9 km/h den Geschwindigkeits-Weltrekord hält, ist unterdessen vorerst einmal Geschichte. Im Hanneggschuss auf dem Lauberhorn wurde zur Tempokontrolle ein Sprung eingebaut. Dieser missfällt den Speed-Spezialisten. “Komplett sinnlos, voll für die Fisch”, sagte etwa der Vorjahresdritte Klaus Kröll in Wengen. Den neuen Sprung findet auch Franz “unnötig”. Denn es sei ja cool, wenn man die 160 fahren könne, meinte er.

Das wird sich heuer weit nicht ausgehen, die Organisatoren und der Internationale Skiverband entschieden sich zur Speed-Reduktion. “Bei dem neuen Sprung müssen die Rennläufer arbeiten, damit können wir die Geschwindigkeit reduzieren”, hatte Chef-Renndirektor Markus Waldner Montagabend in der Mannschaftführersitzung erklärt. Sieht man sich die Analyse des Dienstagtrainings an, dann dürfte es etwa um zehn km/h langsamer werden.

2013 war Hannes Reichelt in Wengen zum ersten Läufer der Weltcup-Geschichte avanciert, der mit mehr als 160 km/h gemessen wurde. Den Weltrekord nahm ihn sogleich Clarey mit 161,9 km/h noch ab. Wenig begeistert über die Rekordjagd hatte sich der damalige Renndirektor Günter Hujara gezeigt. “Das ist eine reine Datenermittlung. Das sind keine Weltrekorde. Das ist eine hirnrissige Diskussion, die nur von den Medien inszeniert wird.” Den Läufern indes machte es Spaß.

Und angesichts der Reaktionen am Dienstag im Zielraum – u.a. auch die schnellen Schweizer Beat Feuz (3.), Carlo Janko (4.) und Patrick Küng (6.) hatten in die gleiche Kerbe wie die ÖSV-Athleten geschlagen – würden sie gerne schneller unterwegs sein. Stattdessen gibt es jetzt einen zusätzlichen Sprung, der auch in der Live-TV-Übertragung zu sehen sein wird. Es wurde eine neue Kameraposition eingerichtet, im Hintergrund des Rennläufers wird das Silberhorn eingefangen, das man dann wenig später beim Silberhornsprung noch einmal vor die Augen bekommt.

Kriechmayr meinte, er wisse nicht, was das Problem sei. Er glaube, dort sei noch nie jemand zu Sturz gekommen. “Ich finde es cool, wenn wir 160 km/h drauf haben, es war immer super Werbung. Entschuldigung, dass ich das so sage, aber es ist das Geilste überhaupt, wenn du als Abfahrer einen gescheiten Speed drauf hast. Deshalb ist man Abfahrer”, meinte der Oberösterreicher.

“Ich verstehe es nicht, dort ist nie was passiert. Warum soll man nicht 150, 160 fahren, wenn es kein Problem ist, keine Gefahr”, fragte Kröll. Reichelt sagte: “Es geht fein zum Fahren, bis auf den einen Sprung in Hanneggschuss, das ist Schwachsinn. Weil erstens ist nie was passiert und zweitens ist es, wenn du einen Fehler machst, beim Sprung schlimmer, als wenn du nur gerade runterfahren würdest. Der Sprung ist auch ungut, schlecht gebaut, er hat so einen Kick.” Die 160 hätten ihn nie gestört. “Da sind wir schneller herunten und braucht man nicht so viel Kraft”, sagte er trocken.

“Die Charakteristik von Wengen ist der Hanneggschuss, die hohe Geschwindigkeit. Ich kann mich nicht erinnern, dass jemals was passiert ist dort. Es geht nur gerade aus und danach ist eine Kurve. Es war lässig, jeder hat sich gefreut und probiert, noch schneller zu fahren, das ist jetzt weggefallen”, meinte auch Olympiasieger Mayer.

(APA)

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