Festival der Alten Musik in Budapest

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Festival der Alten Musik in Budapest
© MÜPA
Von den Troubadouren bis zum Besten der Alten Musik auf dem jüngsten Budapester Festival: Auf dem zweiten Festival der Alten Musik im Müpa Budapest (Palast der Künste) dominiert die französische Barockmusik in ihrer großen Vielfalt.

Vom 2. bis zum 6. März sind in den Sälen mit der besten Akustik von ganz Budapest eine Wiederaufführung einer Oper im modernen Zeitalter, ein weltberühmter Dirigent mit seinem Orchester sowie herausragende Solisten zu hören. Und es wird nicht nur klassische Musik ertönen: Die weltberühmte Sängerin Márta Sebestyén, die auch am mit einem Grammy ausgezeichneten Album der Musikgruppe Deep Forest mitgewirkt hat, stellt dem Publikum zusammen mit ihrem okzitanischen Troubadour-Gast volkstümliche Lieder aus dem Barock vor.

Am 2. März lassen der Dirigent Vincent Dumestre und sein 1998 gegründetes Ensemble Le Poème Harmonique zwei brillante Meisterwerke des französischen Barock erklingen: das heute bereits an Popularität einem Schlager gleichkommende Te Deum von Charpentier wurde erst Mitte des 20. Jahrhunderts wiederentdeckt, Lullys Vertonung des gleichen Texts als Kirchenmusik erwies sich jedoch für den Komponisten als fatal: Lully verletzte sich gerade während der Aufführung dieses Stücks am Fuß und die Wunde vereiterte, so dass er daran verstarb. Die Besonderheit des Konzerts ist, dass dem weltberühmten französischen Orchester für Alte Musik die sich am dynamischsten entwickelnden Interpreten historischer Musik in Polen zur Seite stehen. Die Stärke des sowohl ein Orchester als auch einen Chor umfassenden Ensembles Capella Cracoviensis besteht darin, dass es regelmäßig und eng mit Formationen aus anderen europäischen Ländern mit einem ähnlichen Profil zusammenarbeitet, so lässt sich also sagen, dass dieses anerkannte Ensemble mitten im pulsierenden Alte-Musik-Leben Europas steht.

Als Abschluss des Festivals findet am 6. März die Wiederaufführung im modernen Zeitalter der ersten Oper des zu Unrecht in Vergessenheit geratenen französischen Komponisten Mondonville statt. Die 1742 uraufgeführte Isbé, die jetzt vermutlich ihre Premiere im modernen Zeitalter erlebt, war in ihrer eigenen Epoche überraschenderweise ein Reinfall, während alle anderen Bühnenwerke des Komponisten einen Riesenerfolg ernteten. György Vashegyi, der Dirigent der Opernaufführung, meint, die Arbeit Mondonvilles sei einfach der damaligen Musikpolitik zum Opfer gefallen. Das letzte Album des das Werk aufführenden Orfeo Orchesters wurde 2015 mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik sowie dem Preis des Pariser Opernmagazins Diamant der Oper ausgezeichnet.

Am 6. März stellen die weltbekannte Volksliedsängerin Márta Sebestyén, die „Stimme“ vom Titellied des Films „Der englische Patient“, sowie Judit Andrejszki, Miquèu und Baltazar Montanaro und zahlreiche weitere ausgezeichnete ungarische Instrumental-Künstler eine weniger bekannte Seite der Renaissance und des Barocks in Frankreich vor. Das Publikum erlebt an diesem Abend außer authentischer französischer Barockmusik auch, wie es sich anhört, wenn die volkstümliche Klangwelt Frankreichs und die ungarische Volksmusik aufeinandertreffen.

Weitere Infos und Ticketkauf:

www.mupa.hu/en

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