“Fetish Festival” von 10. bis 13. November im Wiener Ateliertheater

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Am 10. November startet im Wiener Aterliertheater das "Fetish-Festival".
Am 10. November startet im Wiener Aterliertheater das "Fetish-Festival". - © Pixabay.com
Das Wiener Ateliertheater startet nach der Neuübernahme mit dem “Fetish Art & Film Festival” am 10. November 2016 in die neue Saison.

Von 10. bis 13. November widmet man sich zum Auftakt der “Traumfabrik Fetisch”, der man sich anhand einer Ausstellung, zahlreichen Filmscreenings, einem Workshop und Vorträgen annähert.

Wien. Im dunklen Saal, der einst als Kino diente und in den vergangenen Jahren vor allem als Theaterraum genützt wurde, stellte die neue Chefin des Theaters, die bildende Künstlerin Aleksandra Andrejewna, am Dienstag das Festivalprogramm vor. “Wir wollen zurück zum religiösen Fetisch, der seine Anfänge in Afrika genommen hat”, erläutert sie das Konzept. Heutzutage werde mit dem Wort Fetisch sofort Sex assoziiert, ihr geht es aber um die Erweiterung des Begriffs bis hin zu Karl Marx’ Begriff des Warenfetischismus. Und so lautet das Motto des ersten Festivaltags am 10. November auch “If sex sells, does fetish buy?”

Hier widmet man sich dem konstanten Verlangen in der Konsumgesellschaft. Den Anfang macht um 19 Uhr die Eröffnung der Gruppenausstellung “Ware Sinn”, in der sich Künstler wie Olivier Hölzl, Vera Klimentyeva oder Hans Ahnert dem “totalen Ausverkauf” der Sinnfrage widmen. Im Anschluss steht Lina Mannheimers Doku “La ceremonie” über die französische Domina Catherine Robbe-Grillet auf dem Programm, danach fragt Verena Werni einzelne Besucher hinter geschlossenem Vorhang: “What is your fetish?”

Zweiter Tag beim Festish-Festival mit Film-Schwerpunkt

Der zweite Festivaltag verschreibt sich zunächst ganz dem Film: Auf dem Programm steht etwa der Kurzfilm “MeTube I+II” von Daniel Moshel, der “in einer Kombination aus Tanzclub und SM-Keller eine exakt choreografierte Reise ins Unterbewusste” inszeniert, danach sind Leos Carax’ “Holy Motors” und Stuart Urbans “Preaching to the Perverted” zu sehen. Die Künstlerin Bernadette Anzengruber und der Psychoanalytiker Roman Widholm diskutieren um 20.30 Uhr, “wie der Fetisch seine Wirkung in der Realität entfaltet und was Wiederholung, Genießen und Angst damit zu tun haben”. Kurz vor Mitternacht steht eine Lesung aus Peter Mlakars Buch “Genießen und Nichts” auf dem Programm.

Der Frage “Is there sex after iPhone?” widmet sich am Samstag der Verbreitung von Sexbildern via Massenmedien. Katharina Payk und Ulrike Koch bieten dazu den Workshop “Fetisch als Schnittstelle von Sexualität und Religion” (16 Uhr), danach werden Filme wie Sean Dunnes Doku “Cam Girls” oder Dominic Rodriguez’ “Fursonas” gezeigt. Viktor Vosko liest um 20.15 Uhr erstmals aus seinem Roman “Das Fetisch Experiment”. Fetisch und Religion treffen sich schließlich am Sonntag unter dem Motto “What would Jesus buy?”: Nach Screenings von Filmen wie Joerg Burgers “Way of Passion” beschließen Max Höfler und die Lords of Romance das Festival mit einem “hammerharten Predigtabend”. Gefeiert wird täglich (außer Sonntag) ab Mitternacht im “Club Dual” schräg gegenüber.

(APA)

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