Fernwärme als Heizform der Zukunft

Fernheizkraftwerk Inzersdorf
Fernheizkraftwerk Inzersdorf - © Wiener Stadtwerke
Die großen Wiener Wohnbauträger sparen Schritt um Schritt mehr Energie und verringern dadurch die CO2-Emissionen massiv. So auch die Gesiba, die in 11.000 Wohnungen Fernwärme einsetzt.

Durch die Nutzung von Fernwärme bei knapp 11.000 Wohnungen – das ist etwa die Hälfte ihrer Wohnimmobilien in Wien – hat die Gesiba in der Abrechnungsperiode 2009/2010 die CO2-Emissionen um 33.167 Tonnen reduziert. Bestätigt werden die Einsparungen nun durch ein Zertifikat der Technischen Universität Wien. Eine Klimaschutzpartnerschaft soll helfen, den Fernwärmeanteil in den nächsten Jahren weiter zu erhöhen und die Emissionsmengen noch stärker als bisher zu senken.

Fernwärme: Klimaschutz als Anliegen

Gesiba-Direktor Friedrich Maierhofer dazu: “Als einer der führenden Wohnbauträger Wiens zählen die Erfordernisse des Klimaschutzes seit Jahren zu unseren zentralen Anliegen – von der Projektplanung über die Errichtung bis hin zum Baumaterial- und Energieeinsatz. Die Nutzung von Fernwärme ist dafür ein Schlüsselelement, denn im Vergleich zu anderen Heizformen zeichnet sich diese Technologie durch besonders hohe Umweltfreundlichkeit, Effizienz und sichere Bereitstellung aus. Darüber hinaus zählt Fernwärme für uns als Bauträger und auch für unsere Kunden zu einer der preisgünstigsten und komfortabelsten Heizsysteme.”

Ziel von Wien Energie Fernwärme ist es, den Anteil am Wiener Wärmemarkt von derzeit 36 Prozent weiter zu steigern. “Als langjähriger Partner und eine der größten Abnehmer wird Gesiba eine Schlüsselrolle spielen”, so Irschik. In den nächsten fünf Jahren sind Infrastruktur-Investitionen in der Höhe von 600 Mio. Euro geplant. Im Kampf gegen die Luftverschmutzung kommt der Energieversorgung mit Fernwärme in Ballungsgebieten eine zentrale Funktion zu. Wien hat hier seit 40 Jahren einschlägige Technologieerfahrung und nimmt international eine viel beachtete Vorreiterrolle ein.

Beeindruckende Bilanz im Klimaschutz

Im Rahmen regionaler Klimaschutzinitiativen leistet Fernwärme einen unverzichtbaren Beitrag, da sie bedeutend weniger schädliche Emissionen verursacht. Speziell in Wien sind die besonders effiziente Nutzung von Primärenergie (Gas und Öl) und die Nutzung bereits vorhandener Ressourcen aus der Stromerzeugung, Müllverbrennung und der Industrie verantwortlich.

  •  Insgesamt werden durch Fernwärme in der Bundeshauptstadt CO2 Emissionen von rund 1,9 Mio. Tonnen pro   Jahr vermieden.
  •  Eine Erhöhung des Marktanteils von Fernwärme auf 50 Prozent spart 2,7 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr
  •  Fernwärme ist in Wien um rund 75 Prozent energieeffizienter als vergleichbare Heizformen.
  •  Hinsichtlich der Treibhausgasemissionen ist Fernwärme in Wien mit Biomasseheizungen vergleichbar.
  •  Ohne Fernwärme wäre in Wien der Bedarf an Primärenergie um 42 Prozent höher. Die Treibhausgasemissionen wären um 52 Prozent  höher.

Fernwärme stellt Weichen für die Zukunft

Teil der Innovations- und Klimaschutzoffensive wird auch das geplante Geothermie-Kraftwerk in Aspern sein, das die Erdwärme in 5.000 Meter Tiefe für die Wärmeversorgung von 40.000 Menschen nutzbar macht. Mit dem Baubeginn ist im November vergangenen Jahres der Startschuss für die Bohrungen erfolgt. Die Anlage soll 2014 in Betrieb gehen und künftig Wohnungen und Betriebe im Stadterweiterungsgebiet und in ganz Wien mit Fernwärme versorgen. Die Anlage wird mit rund 40 Megawatt 60 Prozent mehr thermische Leistung bringen als jedes vergleichbare Kraftwerk in Österreich. Jährlich können dank dieser Technologie 130.000 Tonnen CO2 eingespart werden. Mit der Inbetriebnahme wird zudem der Anteil an erneuerbarer Energie im Wiener Fernwärmenetz deutlich erhöht. Die Investitionskosten belaufen sich auf 45 Mio. Euro. Fernwärme ist auch in den zukünftigen Siedlungsgebieten die Heizform der Wahl.

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