FC Lustenau verdirbt blau-gelbes Heimdebüt

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Lustenauer jubeln über den Sieg in Wien
Lustenauer jubeln über den Sieg in Wien - © expa/Haumer
1:3 – Die Vienna schlittert bei der langersehnten Heim-Premiere gegen den FC Lustenau in die zweite Niederlage hintereinander. Die “Blauen” aus dem Ländle übernahmen damit zumindest vorübergehend die Tabellenführung, der Aufsteiger aus Wien muss sich neu orientieren.

Ein flotter Beginn auf der Hohen Warte, jedoch ohne klare Torchancen auf beiden Seiten. Nach 20 Minuten beinahe das 1:0 für die Vorarlberger: Ilic verschätzte sich nach einer langen Flanke aus dem Lustenauer Mittelfeld, doch Unverdorben schoss Vienna-Schlussmann Reiter nur an den Körper. Viennas Brasilianer Dorta kämpfte und rackerte, fast jeder Vienna-Angriff lief über den defensiven Mittelfeldspieler. 

Vienna zeigte sich bemüht und offensiver als zuletzt in der Südstadt, doch der entscheidende letzte Pass bzw. Schuss wollte nicht gelingen. Lustenaus Hagspiel startete aus dem Mittelfeld zu einem mutigen Solo, ließ dabei gleich zwei Vienna-Spieler aussteigen und schloss die sehenswerte Aktion mit einem Schuss ins lange Eck die Gäste zur überraschenden 1:0-Führung für die Gäste ab (33.). Die blau-gelbe Abwehr kam mit den seltenen, aber schnellen Angriffen der Blauen aus dem Ländle nicht zurecht und zeigte immer wieder Unsicherheiten.

Vienna-Trainer Peter Stöger reagierte zur Pause, brachte Öztürk für Slawik, der blasse Fading rückte dafür von links ins zentrale offensive Mittelfeld. Die schnellen Gäste aus dem Ländle blieben gefährlich, nach einer elferreifen Attacke an Thomas Fröschl entschied Schiri Meßner auf Weiterspielen (50.). Die Vienna kam besser ins Spiel, nach einer Ecke von Fading jubelten die Fans auf der Hohen Warte über den vermeintlichen Ausgleich, Meßner erkannte jedoch ein Foulspiel von Bozkurt an Lustenau-Goalie Dobnik. Kurz darauf glichen die Blaugelben jedoch aus: Einen Fellner-Kopfball nach Fading-Freistoß konnte Dobnik gerade noch zur Stange lenken, doch Bozkurt staubte zum 1:1-Ausgleich ab (60.). Im Gegenzug missglückte die Vienna-Abseitsfalle, und Unverdorben ließ Reiter keine Chance – 1:2 (61.)

Das Spiel wurde ruppiger und Vienna probierte es mit der Brechstange. In der Schlussviertelstunde setzte Stöger mit der Einwechslung eines zweiten Stürmers (Milosevic) alles auf eine Karte. Doch ein Bilderbuchtor riß die Vienna entgültig aus den Ausgleichs-Träumen. Nach einer einstudierten Ecke von Adilovic verwerte Außenverteidiger Baldauf mustergültig per Kopf zum 3:1 für die Lustenauer. Die Truppe aus dem Ländle brannte zwar kein spielerisches Feuerwerk ab, nutzte aber ihre Chancen und siegte dank der größeren Routine verdient mit 3:1, während sich für manche Vienna-Spieler im vierten Saisonspiel die neuen Bundesliga-Schuhe als noch zu groß erwiesen.

Nenad Bjelica (Trainer FC Lustenau): “Es war ein glücklicher Sieg für uns – wenn wir nicht gleich nach dem Ausgleich das 2:1 machen, dann hätten wir wahrscheinlich verloren. Hier werden nicht viele Teams gewinnen, die Vienna war stark, aber sie hatten in der ersten Halbzeit zu viel Respekt vor uns. Defensiv waren wir diesmal nicht so gut wie gegen Dornbirn.”

Gerhard Fellner (Vienna): “Die 60.Minute war der Knackpunkt. Die neuerliche Führung für die Lustenauer nach unserem Ausgleich war für die Moral nicht das Beste. Wir haben nicht die Punkteausbeute die wir uns erwartet haben. Wir sehen zwar, dass wir in der Adeg Liga mithalten können, müssen aber auch endlich einmal drei Punkte einfahren.”

Philipp Hagspiel (Torschütze FC Lustenau): “Wir haben unsere Chancen genützt und gewonnen. Wir hatten das Glück des Tüchtigen. Vienna ist meiner Meinung nach der Stärkste der drei Aufsteiger.”

Peter Stöger (Trainer Vienna): “Für uns ist das momentan zu wenig, unterm Strich fehlen uns die Punkte. Die Mannschaft hat zwar in der zweiten Halbzeit vorbildhaft gekämpft, aber uns fehlt die Konsequenz und wir müssen an unsere Chancenausbeute arbeiten. Wenn du auf den Ausgleich hinarbeitest, dann darf man nicht im Gegenzug das Tor bekommen. Der Lernprozess wird immer schwieriger, je weniger Punkte du machst, da sich Druck immens vergrößert. Fading muss noch mehr für die Mannschaft arbeiten, ich verlange keine fünf Steilpässe oder Solos in einem Spiel, aber von ihm muss einfach mehr kommen, sonst wird er sich schwer tun zu spielen. Wir haben nicht vor noch am Transfermarkt aktiv zu werden.”  

Thomas Fröschl (FC Lustenau): “Das Foul an mir war aus meiner Sicht kein Elfer (50. Minute, Schiri Meßner hatte weiterspielen lassen, Anm.). Es war heute schwierig für mich zu spielen, weil mein Gegenspieler sehr offensiv ausgerichtet war, daher musste ich viel Defensivarbeit leisten. Natürlich würde ich lieber Stürmer spielen, aber ich muss mich erstmal auf meiner Position etablieren (linkes Mittelfeld, Anm.) und Tore machen. In Lustenau fühle ich mich sehr wohl, das Team ist eine Klasse stärker als es bei meiner letzten Station Leoben der Fall war.”

First Vienna FC – FC Lustenau 1:3 (0:1)
Hohe Warte, 2.100 Zuschauer, SR Meßner
Tore: 33min 0:1 Hagspiel, 60min 1:1 Bozkurt, 61min 1:2 Unverdorben, 75min 1:3 Baldauf

Vienna: Reiter – Fellner, Ilic (56. Hiba), Bjelovuk, Frenzl – Rühmkorf (75.Milosevic), Slawik (46. Öztürk), Dorta, Strohmayer, Fading – Bozkurt
FC Lustenau: Dobnik – Baldauf, Eisele, Rödl, Bevab – Fröschl (57. Kattnig), Santana (72. Marquinhos), Cengiz, Hagspiel, Adilovic (83. Erbek) – Unverdorben

Gelbe Karten: Slawik, Fellner bzw. Cengiz, Adilovic, Unverdorben
Die Besten: Dorta bzw. Unverdorben, Hagspiel, Fröschl

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