Faust

Faust
Markante, einprägsame Rollen sind dem österreichischen Darsteller Johannes Zeiler keineswegs unbekannt: In der vergangenen Saison stand er im Wiener Schauspielhaus in der “Kreisky”-Reihe als der legendäre SP-Vorsitzende und Bundeskanzler auf der Bühne, als Faust konnte der 41-Jährige nun im gleichnamigen Film des russischen Regisseurs Alexander Sokurow reüssieren.

Das Drama erhielt bei den gestern, Samstag, zu Ende gegangenen Filmfestspielen von Venedig den Goldenen Löwen und bringt damit auch Zeiler ins internationale Rampenlicht.

Wiewohl es die “ländliche Kultur” ist, die den gebürtigen Steirer maßgeblich geprägt hat. Laut seiner Homepage sind es “die dortige Art zu sprechen, zu schimpfen, zu weinen, die Art zu essen, zu arbeiten und zu feiern”, die als seine Wurzeln anzusehen sind. Dennoch zog es Zeiler zur Schauspielerei und auch dem Max-Reinhardt-Seminar in Wien, nach dem er in Graz Germanistik und Geschichte studiert hat. Theater, Film und Fernsehen sollten sich in weiterer Folge in der Karriere des wandelbaren Darstellers abwechseln: Bereits 1996 arbeitete er mit Robert Dornhelm für dessen “Unfisch” zusammen, kurz vor der Jahrtausendwende wurde er Mitglied von Peter Steins Faust-Ensemble und kam damit auch darstellerisch mit dem Stoff in Berührung, der ihn nun in aller Munde bringt.

Am Schauspielhaus war Zeiler zunächst nur “Gast” und etwa in den Serien “Die Strudlhofstiege”, “Die X Gebote” sowie “Diesseits des Lustprinzips” zu sehen, bevor er in der Vorsaison zum festen Ensemblemitglied wurde. Im kommenden Frühjahr kann man ihm etwa bei Peter Lichts Österreichischer Erstaufführung “Der Geizige” auf der Bühne wieder begegnen. Ebendort war er auch im Rahmen von Engagements für das Theater im Bahnhof Graz, dem Theater der Jugend in Wien, dem Linzer Phönix Theater oder am Landestheater Coburg. Schauspielhaus-Leiter Andreas Beck freute sich in einer Aussendung, die langjährige Arbeit mit Zeiler in der kommenden Saison fortzusetzen, und meinte bezüglich des Goldenen Löwens für “Faust”: “Ich gratuliere zu diesem großen Erfolg.”

Erfahrung mit preisgekrönten und von Kritikern gelobten Filmen konnte Zeiler bereits durch seinen Auftritt in Götz Spielmanns für einen Auslands-Oscar nominiertem Werk “Revanche” sammeln, wo er in einer kleinen Nebenrolle zu sehen war. In bekannten Fernsehserien wie “Tatort”, “Soko Donau” oder “Schnell ermittelt” war der 41-Jährige bis dato ebenso auf den Bildschirmen präsent wie in Andreas Prohaskas “Der erste Tag”. Neben dessen neuem Projekt “Das Wunder von Kärnten” steht Zeiler aktuell auch gemeinsam mit Harald Krassnitzer für die ORF/ARD-Koproduktion “Paul Kemp – Der Mediator” vor der Kamera. In der von Harald Sicheritz in Szene gesetzten neuen Serie wird Zeiler als Bruder der Titelfigur zu sehen sein. Bereits heute, Sonntag, Abend ist Zeiler in der ORF-Koproduktion “Isenhart” um 20.15 Uhr auf ORF eins in einer Nebenrolle zu erleben.

(APA)


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