Fastenzeit in Wien: Fasten mit Fisch, Schnecken und Bier

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Schnecken gelten auch in Wien als traditionelle Fasten-Speise.
Schnecken gelten auch in Wien als traditionelle Fasten-Speise. - © pixabay.com
Mit dem Aschermittwoch, der heuer auf den Valentinstag fiel, hat auch in Wien die Fastenzeit begonnen. Das Fasten als alter Brauch wird dabei immer moderner – nicht nur, um die Weihnachtspfunde zu verlieren. In den 40 Tagen bis zu Ostern soll Lebensqualität zurückgewonnen werden – ob durch Handy-Fasten, Auto-Fasten oder jeder anderen Fastenart.

Am 14. Februar 2018 beginnt im Kirchen die Fastenzeit mit dem Aschermittwoch und endet mit dem Karfreitag am 30. März. Wer da genau zählt erkennt schnell – 40 Tage gehen sich da nicht aus. Das liegt daran, dass die Sonntage nicht als Fastentage gezählt werden – neudeutsch also “Cheat Days”. Auch die strikten Ess-Gebote gelten laut Kirche nur am Aschermittwoch und Karfreitag.

Fisch als traditionelle Wiener Fastenspeise

Zu Beginn der Fastenzeit steigt der Fischumsatz laut Wirtschaftskammer um bis zu 50 Prozent an. Gerade in Wien wird am Aschermittwoch die Fastenzeit gerne mit dem Heringsschmaus eingeläutet. Ansonsten stehen Lachs und Kabeljau ganz oben auf der Speisekarte. Und gerade die Wiener lassen sich ihren Fisch in der Fastenzeit nicht nehmen. Der Fischkonsum in Wien ist mit mehr als 10 Kilogramm pro Kopf nämlich um rund ein Drittel höher als im Rest Österreichs.

Für die Mutigen: Wiener Schneckenwochen

Zwischen Aschermittwoch und Karfreitag laden viele Restaurants auch zu den Schneckenwochen ein – die alte österreichische Fastentradition ist dabei sicher nicht für alle Geschmäcker geeignet. Mit etwas Überwindung kann man aber in ganz Wien Schneckengerichte kosten. Zur Auswahl stehen etwa Schneckenrisotto, “Alt Wiener Kräutersuppe mit Wiener Weinbergschnecken” oder “Knusprige Rolle mit Schnecken und geräuchertem Aal”. Eine Auflistung der Wiener Schnecken-Lokale finden Sie hier.

Rezepte und Segen für die Wiener Fastenzeit

Keine Sorge, während der Fastenzeit muss auch in Wien niemand Hunger leiden – sowohl spirituell als auch körperlich. Wer sich nicht sicher ist, welche Gerichte in der Fastenzeit angemessen sind – für den hat die Erzdiözese Wien eine Rezeptsammlung mit 40 Rezepten zusammengestellt. Dass man dadurch auch das ein oder andere Kilo abnimmt, ist ein schöner Nebeneffekt. Und Für das spirituelle Fasten bietet A1 eine tägliches Zitat von Papst Franziskus persönlich an. Einfach das Kennwort “Papst” an die 0664/6606651 senden, das Service ist kostenlos.

Fastenzeit ist Starkbier-Zeit

Um sich das Fasten etwas erträglicher zu machen, brauten die Mönche besonders starke Biere – denn Flüssiges bricht das Fasten nicht. Neben den Kalorien, die das “flüssige Brot” lieferte, ließ auch der Schwipps den Hunger vergessen. Während heute Starkbier oder Bockbier quasi zu jeder Jahreszeit erhältlich sind, wurde Bockbier früher erst nach Allerheiligen angeboten. Die Ottakringer Brauerei in Wien zapfen seit den 1920ern ihren Bock, und zwar zwischen Weihnachten und Ostern. Mit einem Alkoholgehalt von 7,6 Prozent machen die Festtage noch mehr Spaß.

Wienerisch-Quiz zum Thema Fasten

Gerade zur Fastenzeit läuft vor allem die Wiener Küche zu Hochformen auf. Kennen Sie alle Ausdrücke?

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