“Fasten – Teilen – Helfen”: Junge Muslime zeigen soziales Engagement

Junge Muslime werden beim Projekt "Fasten - Teilen - Helfen" aktiv
Junge Muslime werden beim Projekt "Fasten - Teilen - Helfen" aktiv - © APA
Im Rahmen des Projektes “Fasten – Teilen – Helfen” setzten sich junge Muslime während des Fastenmonats Ramadan mit dem Thema Obdachlosigkeit auseinander.

Die Vorsitzende der Muslimischen Jugend Österreich (MJÖ), Canan Yasar, merkte dahingehend an: “Ramadan ist eine Zeit, in der Empathie und Hilfsbereitschaft ganz bewusst in den Fokus rückt.” Zum bereits siebenten Mal findet die Aktion statt, bei der junge Muslime über Obdachlosigkeit aufgeklärt werden, die Shades-Tour besuchen und in Heimen kochen bzw. aktiv helfen.

Tausende junge Muslime bei Aktion “Fasten – Teilen – Helfen”

Tausende Jugendliche beteiligen sich laut MJÖ an der Aktion – von Besuchen im Seniorenheim bis hin zu Aktivitäten im Umweltschutz. Für die Wiener Tafel werden heuer Lebensmittel gesammelt. Auch um Obdachlose kümmern sich die Jugendlichen: In der Einrichtung “Gruft” der Caritas kochten sie am Mittwoch. Medienvertreter waren diesmal allerdings unerwünscht, wie die Leiterin der Einrichtung mitgeteilt hatte. Offener zeigte man sich bei der “Shades”-Tour, die von Obdachlosen selbst geführt werden und an Plätze leiten, die man mit dem Thema nicht in Verbindung bringt. Etwa den Wiener Burggarten, der noch vor Jahren als Umschlagplatz für Drogen gegolten hat. Wobei auch das erste Vorurteil entkräftet wird: Weit weniger Obdachlose als angenommen nehmen Suchtmittel. “Man muss sich Strategien überlegen, um das zu entkräften”, berichtet der Tour-Guide aus eigener Erfahrung.

Image der Religionsgemeinschaft verbessern

Auch sonst entspricht die Frau, die selbst in einem Übergangsheim lebt und durch Krankheit “wohnungslos” geworden war, nicht den gängigen Klischees von Obdachlosen. Vor allem die Selbstorganisation sei energieraubend, erzählt sie. Um Tagesstruktur zu gewinnen, studiert die ehemals selbstständige Unternehmerin an der Uni Wien Politikwissenschaft. Und sucht eine Wohnung – nicht für sich, sondern für den afghanischen Flüchtling, für den sie die Patenschaft übernommen hat. Die jungen Muslime interessiert das. Mit ihrer Hilfe bei Sozialprojekten wollen sie auch das Image der Religionsgemeinschaft verbessern. Mehr als 2.000 Jugendliche haben im vergangenen Jahr an den Aktionen teilgenommen, mehr als 600 Projekte gibt es heuer. Für die Mitglieder der fünfköpfigen Gruppe bei der “Shades”-Tour ist die Stadtführung nicht der einzige Programmpunkt an diesem Tag. So wird etwa noch in einem Frauenhaus geholfen und weiter Essen zubereitet.

Kein “Schummeln” im Ramadan

Selbst essen die jungen Muslime – wie im Ramadan üblich – von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang nichts. Und auch Getränke sind tabu. Daher werde Wasser noch vor Anbrechen des Tages konsumiert, berichtet die Vorsitzende. Wem der Verzicht gesundheitlich schadet, ist man jedoch sogar zum fastenbrechen gezwungen. Im Gegensatz zur katholischen Fastenzeit halten sich auch die meisten Muslime strikt an die Regeln. “Geschummelt” werde nicht, so Yasar – entweder ganz oder gar nicht.

(APA/Red.)

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