Fall Luca: Sozialarbeiterin und Mutter vor Innsbrucker Gericht

Fall Luca: Sozialarbeiterin und Mutter vor Innsbrucker Gericht
Am kommenden Donnerstag ent­scheidet das Innsbrucker Oberlandesgericht im Fall Luca über die Urteile gegen eine Sozialarbeiterin und die Mutter des 2007 nach Misshandlungen gestorbenen Buben.

Am Landesgericht Innsbruck wurde die mittlerweile 25-jährige Tirolerin im Mai 2009 wegen Quälens bzw. Vernachlässigens eines Unmündigen zu einem Jahr Haft verurteilt, die ehemalige Mitarbeiterin der Jugendwohlfahrt Schwaz zu einer bedingten Geldstrafe in Höhe von 1.200 Euro wegen fahrlässiger Körperverletzung durch Unterlassung. Beide meldeten volle Berufung an.

Die Mutter habe ihre Verpflichtung zur Fürsorge des Buben gröblich vernachlässigt und damit seine Gesundheit gefährdet, hatte Richter Andreas Mair damals ausgeführt. Sie hätte wissen müssen, dass ihr Freund für die Verletzungen verantwortlich sei. Trotzdem sei der Kontakt zum Lebensgefährten zugelassen worden.

Auch die mittlerweile 49-jährige Sozialarbeiterin trug nach Ansicht des Richters Schuld am Schicksal des 17 Monate alten Buben. Ab einem bestimmten Zeitpunkt hätte sie Maßnahmen zum Schutz des Kindes ergreifen müssen, beispielsweise als im Oktober 2007 bei dem Kleinkind ein gebrochener Arm festgestellt wurde, so Mair. Luca hätte seiner Mutter entzogen werden müssen. Mit Kopfschütteln und zum Teil unter Tränen verfolgten die Frauen die Urteilsverkündung. Sie hatten sich nicht schuldig bekannt.

Der 17 Monate alte Luca war am 3. November 2007 in einem Wiener Spital gestorben, in das er zwei Tage zuvor bewusstlos und mit schweren Verletzungen – laut Gutachten Folge eines durch Analverkehr hervorgerufenen Schütteltraumas – eingeliefert worden war. Gegen den 24-jährigen Lebensgefährten der Kindesmutter wurde in weiterer Folge Anklage erhoben. Er wurde im September 2008 am Landesgericht Korneuburg wegen schweren sexuellen Missbrauchs mit Todesfolge zu lebenslanger Haft verurteilt.

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