Fall Leonie: Eltern legen Rechtsmittel gegen Urteile ein

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Die Eltern legen Rechtsmittel gegen die Urteile ein.
Die Eltern legen Rechtsmittel gegen die Urteile ein. - © APA (Symbolbild)
Vor zwei Wochen wurden die Urteile im Fall Leonie gesprochen. Beide Elternteile wollen die verhängten Freiheitsstrafen nicht akzeptieren.

Die wegen Quälens und Vernachlässigens einer Unmündigen in Wien verurteilten Eltern der kleinen Leonie haben die vor zwei Wochen über sie verhängten Freiheitsstrafen nicht akzeptiert. Wie ihr Verteidiger Roland Friis am Freitag auf APA-Anfrage erklärte, haben sowohl der Vater als auch die Mutter dagegen Rechtsmittel angemeldet.

Ein Schöffensenat hatte im Straflandesgericht über den 28-Jährigen viereinhalb Jahre Haft verhängt, nachdem seine knapp dreijährige Tochter am 10. November 2014 an den Folgen von beim Abduschen erlittenen Verbrühungen gestorben war. Das Gericht ging davon aus, dass der Mann das aufgeweckte und lebhafte Mädchen mit Wissen und Duldung seiner Partnerin bis zu zwei Mal monatlich mit “Strafduschen” ruhig gestellt hatte. Bei der letzten war die knapp Dreijährige mindestens fünf Sekunden 60 Grad heißem Wasser ausgesetzt.

OGH kann Strafe nicht erhöhen

Das Mädchen überlebte die Verbrühungen – rund 15 Prozent der Hautoberfläche waren betroffen – nicht zuletzt deshalb nicht, weil die Eltern sie erst 28 Stunden später ins Spital brachten. Weil sie nicht früher reagiert hatte, wurde die Mutter zu einem Jahr teilbedingter Haft verurteilt, wobei der unbedingte Strafteil mit vier Monaten bemessen wurde.

Mehr an Strafe können die mittlerweile getrennt lebenden Eltern im Rechtsmittelverfahren nicht bekommen. Die Staatsanwaltschaft war mit den erstinstanzlichen Urteilen einverstanden und verzichtete auf Rechtsmittel, womit der Oberste Gerichtshof (OGH) keine rechtliche Basis für eine Strafanhebung hat.

(APA, Red.)

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