Fall Esperanza: Mutter und Sohn wegen Tierquälerei verurteilt

1Kommentar
Die Hündin Esperanza hat mittlerweile ein neues Zuhause gefunden.
Die Hündin Esperanza hat mittlerweile ein neues Zuhause gefunden. - © Wiener Tierschutzverein
Im Fall der in einem Wiener Keller gefundenen Hündin Esperanza ist nun vor Gericht ein Urteil gefällt worden: Eine Mutter (46) und ihr Sohn (31) aus dem 12. Bezirk sind wegen Tierquälerei verurteilt worden.

Wie berichtet wurde die circa einjährige Pekinesen-Mischlingshündin Esperanza Ende Jänner 2015 von der Tierrettung des Wiener Tierschutzvereins (WTV) aus einem Kellerabteil in Wien-Meidling geborgen und war fast am ganzen Körper mit tiefgreifenden, eitrigen und nässenden Wunden sowie Hautablösungen übersät. Der Verdacht einer Verbrühung mit heißem Wasser oder Dampf lag nahe. Nach einem intensiven Kampf um ihr Leben konnte schließlich von den WTV-Tierärztinnen Entwarnung gegeben werden. Der Wiener Tierschutzverein erstattete damals Anzeige wegen Tierquälerei.

Mutter und Sohn vor Gericht

Ende vergangener Woche wurde nun zwei Personen am Landesgericht Baden der Prozess gemacht. Es handelte sich dabei um eine Frau (46) und ihren Sohn (31) aus Wien-Meidling. Die Anklage lautete: Tierquälerei nach Paragraph 222 StGb. Der Mann musste sich zudem noch wegen zweier anderer Delikte, die aber nichts mit dem Fall Esperanza zu tun haben, verantworten.

Bei den Angeklagten handelte es sich um die Besitzer der Hündin, die damals noch auf den Namen “Tina” hörte. Beide bekannten sich “nicht schuldig”. Die Angeklagten bestritten bis zuletzt, von den schweren Verletzungen des Tieres und der anschließenden Ablage im Keller des Wohnhauses gewusst zu haben. Sie gaben an, die Hündin sei Ihnen bei bester Gesundheit entlaufen und sie hätten nach ihr gesucht. Sie konnten aber weder den genauen Zeitpunkt noch den genauen Hergang schildern und tätigten teils widersprüchliche Aussagen.

Zeugin belastete den Angeklagten

Der Angeklagte behauptete zudem, er sei zum Zeitpunkt der Ereignisse im Ausland gewesen. Dies konnte wiederum durch eine Zeugin wiederlegt werden, die sich damals aufgrund der Medienberichterstattung über Esperanzas Schicksal beim Wiener Tierschutzverein meldete und danach an die Behörden verwiesen wurde. Sie hatte ein paar Tage zuvor einen Mann mit Esperanza spazieren gehen sehen. Dabei war ihr der schlimme Zustand der Hündin aufgefallen und sie empfahl dem Mann, umgehend einen Tierarzt aufzusuchen. Als sie dann im Fernsehen die Hündin wiedererkannte, meldete sie sich umgehend beim WTV. Sie identifizierte sowohl bei der Einvernahme durch die Polizei, als auch im Gerichtssaal den Angeklagten als jenen Mann.

Wegen Tierquälerei verurteilt

Die Richterin sprach beide Beschuldigten im Sinne der Anklage schuldig. Die Urteile: Sechs Monate bedingt auf drei Jahre für den Mann (es handelt sich hier um eine Gesamtstrafe für alle drei ihm vorgeworfenen Delikte), eine Geldstrafe in Höhe von 480 Euro für die Frau. Die beiden Angeklagten hätten der Hündin in einvernehmlichem Zusammenspiel unnötige Qualen zugefügt und es verabsäumt, Hilfe zu leisten und sie stattdessen einfach abgelegt, so die Richterin. Mildernd kam hinzu, dass die Angeklagten keine aktive Misshandlung an dem Tier vorgenommen hätten.

Esperanza hat ein neues Zuhause

Esperanza ist bereits seit einiger Zeit wieder voll genesen. Von ihrem Martyrium zeugen dank der Bemühungen der WTV-Tierärztinnen nur noch einige kahle Stellen. Die Hündin hat in der Zwischenzeit ein neues Zuhause bei einer Dame gefunden, wo sie ihr Leben nun mit einer zweiten Pekinesenhündin an ihrer Seite so richtig genießen darf.

Leserreporter
Bild an VOL.AT schicken


1Kommentar

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann. Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

noch 1000 Zeichen

HTML-Version von diesem Artikel