Falco – Das Musical: Bühnen-Hommage zum Sechziger der Popikone

Falco wieder auf der Bühne erleben.
Falco wieder auf der Bühne erleben. - © dpa
Zum 60. Geburtstag des “Falken” geht “Falco – Das Musical” in Österreich auf Tour. In zwei Stunden bekam gestern, Dienstag, das Publikum in der Salzburgarena Falcos Aufstieg und Fall Hit-weise serviert und spektakulär in Szene gesetzt. Am 01. April kommt die Show nach Wien.

Mit Alexander Kerbst als Falco und einer Live-Band, die das Original als seiner würdig befunden hätte.

Die Biografie des Sängers kann man mittlerweile beim Publikum voraussetzen. Und entsprechend schlank halten Produzent Oliver Forster und Regisseur Peter Rein auch die Handlung. Sie ist auf die wichtigsten Eckpunkte im Leben des Superstars reduziert, keine unnötigen Liebesgeschichten oder Eskapaden blasen das Musical auf. Die Musik steht im Vordergrund. Das wäre eine perfekte Hommage, wären da nicht die beiden unnötigen Figuren Jeanny und Ana Conda, die die gute, weiße und die böse, schwarze Persönlichkeit des Popstars darstellen sollen. Wie Engel und Teufel übernehmen sie teilweise Gesangsparts und versuchen, Falco auf ihre Seite zu ziehen. Nicht immer auf sinnvolle Weise.

Das perfekte Falco-Imitat

Alexander Kerbst ist quasi das perfekte Falco-Imitat. Besonders stimmlich ist er ganz nah am Original, und jede Geste sitzt. Manchmal ist er dadurch mehr Falco, als es der echte je war, was punktuell etwas übertrieben wirkt.

Aber übertrieben wollte das Original schließlich sein, und Kerbst macht diese Überzeichnungen dann wett, wenn er in manchen Liedern eben nicht nur eins zu eins wie Falco singt, sondern eine dem Handlungszeitpunkt angemessene Interpretation bringt. In “Jeanny” spricht er beispielsweise nicht abgebrüht und cool wie in der Originalaufnahme, sondern verzweifelt und dramatisch. Und das passt zur Show.

Eine Lebensgeschichte als Musical

Diese Show ist eine Lebensgeschichte, und der Erzähler ist Horst Bork. Sebastian Achilles spielt Falcos Manager, besten Freund und schließlich auch letzten Halt auf der wilden Fahrt zwischen Erfolg und Rausch. Er verwandelt sich vom coolen Manager zum einfühlsamen Retter, der letztendlich undankbar am Flughafen stehen gelassen wird. Dann sind auch ihm die Hände gebunden. “Der Rest ist Popgeschichte”, wie er sagt. Der echte Horst Bork fungierte überdies als Berater für die Produktion, und mit diesem Wissen bekommen Sätze wie: “Er hat nie verstanden, um was es geht: harte Arbeit”, einen bedeutungsschweren Beigeschmack.

“Falco – Das Musical” nennt sich selbst eine liebevolle Hommage an die Popikone. Und diese Selbstbezeichnung ist korrekt gewählt. Wenn auch an manchen Stellen selbst für Falco etwas übertrieben, so zeigt das Musical doch genau den Falco, den das Publikum auf der ganzen Welt bewunderte und bestaunte: einen exzentrischen, frechen und dabei immer eleganten Superstar, der sich selbst einmal die bezeichnende Frage stellte: “Muss ich denn sterben, um zu leben?”. Und so ist Falco zumindest für zwei Stunden wieder lebendig und für zwei Zugaben, die Alexander Kerbst im Falco-Stil moderiert, auch der Star zum Anfassen, den das Publikum so schmerzlich vermisst. Dafür gibt es Standing Ovations.

>> “Falco – Das Musical”. Produktion: Oliver Forster, Regie: Peter Rein, Choreographie: Amy Share-Kissiov. Auf der Bühne: Falco: Alexander Kerbst, Ana Conda: Stefanie Kock, Manager: Sebastian Achilles, Jeanny: Claudia Müller-Kretschmer. Weitere Termine u.a. am 29.3. Graz, 30.3. St. Pölten, 31.3. Amstetten, 1.4. Wien, 2.4. Linz, 16.4. Bregenz, 21.4. Innsbruck;

(APA)

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