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Facebook bombardiert sporadische User mit Mails

Kritiker werfen dem Unternehmen vor, seine Statistik künstlich aufpolieren zu wollen, indem User so lange genervt würden, bis sie sich wieder einloggen.
Kritiker werfen dem Unternehmen vor, seine Statistik künstlich aufpolieren zu wollen, indem User so lange genervt würden, bis sie sich wieder einloggen. ©AP
Trickreiche - und teils fragwürdige - Versuche des Unternehmens sollen zum Einloggen führen.

Immer mehr Facebook-Nutzer, die sich nur hin und wieder einloggen oder die App verwenden, ärgern sich darüber, dass sie mehrmals am Tag per E-Mail oder SMS über Neuigkeiten ihrer Kontakte informiert werden. Diese Aufdringlichkeit stößt immer mehr Usern auf. Sie werfen dem Unternehmen vor, auf diese Weise ein Einloggen zu erzwingen und die Statistik anzukurbeln, wie der britische “Independent” berichtet.

Fernbleiben registriert

Um bei Facebook als monatlich aktiver Nutzer zu gelten, muss sich dieser in den vergangenen 30 Tagen des Quartals mindestens einmal eingeloggt oder Inhalte geteilt haben. Facebook zufolge bestehen “viele Gründe” dafür, warum Benutzer Benachrichtigungen vom Unternehmen erhalten. “Wir sind immer auf der Suche nach Möglichkeiten, Menschen zu helfen, schneller und einfacher auf ihre Konten zuzugreifen, insbesondere wenn es Benachrichtigungen von Freunden gibt, die sie möglicherweise verpasst haben”, erklärt Sprecherin Lisa Stratton. Und sie versichert: Die Sicherheits-E-Mails seien “keine Re-Engagement-Taktik”.

Die Recherche des Independent zeigt jedoch etwas anderes. Vor etwa einem Jahr hat Nutzer Rishi Gorantala die Facebook-App von seinem Handy gelöscht. Seitdem versuche das Unternehmen ihn zurückzugewinnen. Der Algorithmus des sozialen Netzwerks hat sein Fernbleiben schnell bemerkt, und Facebook begann damit, ihn alle paar Tage über Freunde zu informieren, die Fotos gepostet oder Kommentare abgegeben hatten – jedes Mal lud Facebook ihn via E-Mail dazu ein, auf einen Link zu klicken und die beschriebene Aktivität anzusehen – nötiges Einloggen inklusive.

Tricks zum Einloggen

Nachdem Gorantala die aufdringlichen Erinnerungen ignorierte, bekam er plötzlich E-Mails von Facebooks Kundenservice: “Es sieht so aus, als ob Du Schwierigkeiten hast, Dich bei Facebook anzumelden. Klicke einfach auf die Schaltfläche unten und wir melden Dich wieder an. Wenn Du nicht versucht hast, Dich anzumelden, lass es uns wissen.” Gorantala ignorierte diese Erinnerungen ebenfalls – und bekam es daraufhin erneut mit Facebook zu tun.

“Facebook versuchte mich dann mit den Inhalten der E-Mails auszutricksen. Beispielsweise soll jemand versucht haben, auf mein Konto zuzugreifen – also sollte ich mich einloggen”, so Gorantala. Andere Nutzer berichten von der gleichen Problematik, seitdem sie dem sozialen Netzwerk abgeschworen haben. Sie werfen dem Unternehmen vor, seine Statistik künstlich aufpolieren zu wollen, indem User so lange genervt würden, bis sie sich wieder einloggen.

(PTE)

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