Fabrik in Aspern soll Wissen produzieren

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Die Modell- und Forschungsfabrik entsteht in Wien-Aspern.
Die Modell- und Forschungsfabrik entsteht in Wien-Aspern. - © OTS
Im 22. Bezirk eröffnet die TU Wien gemeinsam mit 20 Unternehmen die “Pilotfabrik für Industrie 4.0”. “Das Produkt der Pilotfabrik ist Wissen”, sagt Minister Alois Stöger.

Die TU Wien hat gemeinsam mit 20 Unternehmen – darunter Bosch, Siemens und SAP – eine Modell- und Forschungsfabrik auf dem Gelände der Seestadt Aspern in Wien gegründet, die am Montag als “Pilotfabrik für Industrie 4.0” offiziell eröffnet wurde. Vier Millionen Euro werden investiert, die Hälfte kommt vom Technologieministerium (BMVIT), der Rest von der TU und den beteiligten Unternehmen.

In der Fabrik sollen keine kommerziellen Produkte für den Markt produziert werden. “Das Produkt der Pilotfabrik ist Wissen”, erklärte der zuständige Minister Alois Stöger (SPÖ) am Montag in einer Pressekonferenz. “Weltweit stellen die Produktionskonzerne ihre Arbeit völlig um”, sagte Stöger. “Sie vernetzen ihre Zulieferindustrie und ihre Maschinen untereinander.” Damit müsse man sich auseinandersetzen. “Diese Entwicklung passiert mit oder ohne uns. Da ist mir schon lieber: mit uns”, so Stöger.

3D-Drucker als Schlüsseltechnologie

“Wir sehen Wissens- und Technologietransfer als unsere wichtigste gesellschaftliche Aufgabe”, sagte TU-Rektorin Sabine Seidler. Ziel sei es, die gewonnenen Forschungserkenntnisse in die Praxis überzuführen. “Von Beginn an werden ungefähr 15 Wissenschafterinnen und Technikerinnen hier am Standort tätig sein”, sagte Seidler. Dazu komme eine Vielzahl von Expertinnen aus den beteiligten Unternehmen.

Geplant ist unter anderem eine “variantenreiche Serienfertigung”, bei der zum Beispiel maßgeschneiderte Prothesen und an persönliche Bedürfnisse angepasste Autos hergestellt werden. Außerdem wollen die TU Wien und die Unternehmen in der Pilotfabrik individualisierte 3D-Drucker produzieren, die als eine Schlüsseltechnologie für die “Industrie 4.0” gelten.

Wachstum in den kommenden Jahren

Bis 2017 soll die Pilotfabrik weiter wachsen. Die Wirtschaftsagentur Wien plant in unmittelbarer Nachbarschaft zum aktuellen Standort eine eigene Fabrikshalle für die Pilotfabrik. Bis dahin sollen auch drei weitere Pilotfabriken ausgeschrieben werden, sagte Stöger. “Wir starten einen Wettbewerb, da können sich Unternehmen und Universitäten in einer Kooperation bewerben.”

Wichtig sei es auch, die Forschungsinvestitionen in den Betrieben selbst zu fördern, sagte Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ). “Es kann nicht sein, dass wir in diesem Land nur einen einzigen, sehr kleinen, privat finanzierten Forschungsförderungsfonds haben.”

(APA, Red.)

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