F: Prozess gegen Kinderhändlerring

In Frankreich müssen sich seit Montag 56 Menschen wegen Kinderhandels vor Gericht verantworten. Von 2003 bis 2005 wurden insgesamt 22 Babys für 3.000 bis 7.000 Euro verkauft.

Der Kinderhändlerring suchte in Bulgarien mittellose, schwangere Frauen, brachte sie nach Frankreich und verkaufte ihre Neugeborenen.

Den verzweifelten Frauen wurden hohe Summen versprochen. Tatsächlich erhielten sie nur einen Bruchteil des tatsächlichen Preises und wurden nach der Geburt häufig zur Prostitution oder zum Betteln gezwungen, erklärte die Staatsanwaltschaft. Die meisten der Paare, die die Babys kauften, konnten selbst keine Kinder bekommen. Sie werden nicht beschuldigt, die Neugeborenen misshandelt zu haben. Der Großteil der Käufer gehört nach Justizangaben der Gemeinde der Sinti und Roma an.

Nachdem der Ring aufgedeckt worden war, wurden die Kinder zunächst in ein Pflegeheim gebracht. Inzwischen sind sie wieder bei den Familien, die sie gekauft haben. Ein Teil der neuen Eltern haben einen Adoptionsantrag gestellt. Die meisten der 56 Verdächtigen sind Bulgaren. Vier der mutmaßlichen Organisatoren sitzen bereits im Gefängnis, sieben weitere werden noch mit internationalen Haftanträgen gesucht. Den Müttern und den Käufern der Babys drohen zwischen sechs Monaten und drei Jahren Haft.

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