Experten: Nach Zielpunkt-Pleite auch Veränderung bei Unimarkt + Nah&Frisch

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Auch Nah&Frisch und Unimarkt könnten von der Pleite betroffen sein.
Auch Nah&Frisch und Unimarkt könnten von der Pleite betroffen sein. - © apa (sujet)
Nach der Insolvenz der Handelskette Zielpunkt erwarten Experten auch bei weiteren Großhandelsgeschäften des Eigentümers Pfeiffer, wie etwa Unimarkt und Nah & Frisch, Veränderungen.

“Pfeiffer hat Kompetenz im Großhandel, da waren die gut. Den Einzelhandel haben sie unterschätzt”, sagte ein Branchenkenner zur APA. Mit einem Marktanteil von 2,5 Prozent sei Zielpunkt ein kleiner Player, dafür sei die Kette “nur eingeschränkt innovativ und schon gar nicht einzigartig” gewesen. Der heimische Einzelhandel wird zu über 80 Prozent von Rewe (Billa, Merkur, Penny, Adeg), Spar und Hofer dominiert. Auf Lidl und M-Preis fallen Marktanteile von 5,8 bzw. 3,5 Prozent.

Falsche Positionierung von Zielpunkt

In diesem schwierigen Umfeld hätte sich Zielpunkt viel eindeutiger positionieren müssen, sind sich Experten einig. Weder habe man sich nur auf ein Bundesland noch auf eine klare strategische Orientierung geeinigt. “Aus Sicht des Kunden hat Zielpunkt keinen klaren Wettbewerbsvorteil aufgebaut. Es gab kein Wow-Erlebnis in dem Sinne, dass die Märkte besser aussahen als früher, das Warenangebot oder Service deutlich besser wurde”, meinte ein Kenner des Lebensmittelhandels.

Rätseln um Pfeiffer-Unternehmen Unimarkt und Nah&Frisch

Pfeiffer hat zwar zig Millionen in Zielpunkt investiert, aber offenbar noch immer zu wenig. “Der Investitionsstau war gewaltig.” Die Kette befand sich schon tief in der Krise, bevor Pfeiffer das heiße Eisen anpackte. Allein der deutsche Eigentümer Tengelmann änderte mehrfach seine Strategie, was Kunden verwirrte und zu Millionenverlusten führte. Zunächst wurde aus Löwa Zielpunkt, dann Plus. Einige Jahre später wurde aus Plus wieder Zielpunkt. Auch spätere Eigentümer wie der Finanzinvestor BluO sowie der Deutsche Jan Satek scheiterten an einer Sanierung.

Spannend wird nun, was mit den anderen Pfeiffer-Töchtern Unimarkt und Nah & Frisch passiert. Unimarkt ist dabei, sich stark im Online-Geschäft zu positionieren. Doch die Konkurrenz schläft nicht. Billa setzt ebenfalls auf die Online-Hauszustellung. “Das wird für Unimarkt eine gewaltige Herausforderung, sich mit einem Riesen wie Billa zu matchen. Es würde mich nicht wundern, wenn es hier zu Veränderungen kommen würde”, so ein Insider. Eine Stand-Alone-Variante hält er für schwierig und daher einen Verkauf von Unimarkt für sehr wahrscheinlich.

(apa/red)

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